Vorsicht bei Bienenkontakt mit ausländischen Honigen

Nürnberger Land – Die von den Imkern gefürchtete amerikanische Faulbrut ist stark infektiös und gefährdet keine anderen Lebewesen außer die Bienenbrut. Sie hat eine weltweite Verbreitung. Ungespülte Honiggläser im Müll gelten als eine der wesentlichen Ursachen der Ansteckung von ganzen Bienenvölkern.

Auf Einladung von Imker Kreisobmann Günther Raab hielt Dr. Andreas Schierling vom Tiergesundheitsdienst Bayern einen sehr interessanten Vortrag über die amerikanische Faulbrut im Wollner Saal in Lauf.

Zunächst ging Dr. Schierling auf den Erreger, ein sporenbildendes Bakterium ein, das nur die Bienenbrut befällt und für Menschen und andere Lebewesen unschädlich ist. Besonders diese Sporen sorgen für eine bis über 30 Jahre anhaltende Infektionsquelle. Ab einer gewissen Kontamination kommt es zu einer Vermehrung im Bienenlarvendarm. Typische Symptome: die Larven in der verdeckelten Brutzelle werden dadurch zu einer zähflüssigen, fadenziehenden Masse mit fauligem Geruch zersetzt, erkennbar durch die Streichholzprobe. Die Tierseuche ist anzeigepflichtig. Jeder Infektionsverdacht ist dem Veterinäramt des Landratsamtes unverzüglich zu melden, das bei bestätigtem Befund ein Faulbrut-Sperrgebiet zur Bekämpfung und gegen weitere Ansteckung einrichtet. Solche Fälle und Maßnahmen kommen in unserer Region sporadisch vor und werden über die lokale Presse im Amtsblatt des Landratsamtes veröffentlicht.

Als Sporenquelle sind laut Dr. Schierling 75% der Honige aus dem meist außereuropäischen Ausland mit Sporen belastet. Sollten die Bienen Kontakt zu solchen Honigen bekommen, zum Beispiel unachtsam abgestellte Behälter, Honigfütterung der Bären im Frankfurter Zoo, unwissende Imker, die ihre Bienen damit füttern oder Verbraucher, die nicht ausgespülte Honiggläser vom Supermarkt entsorgen. Erwachsene Bienen, die damit die Brut füttern, sind selbst ungefährdet.

Zur Prävention der amerikanischen Faulbrut können die Imker einen Antrag zu derzeit kostenloser Labordiagnose von Futterkranzproben bei dem Tiergesundheitsdienst Bayern/Referat Bienengesundheitsdienst stellen.
Angestrebt ist auch ein flächendeckendes Monitoring in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.

Bei positivem Befund, der schicksalhaft jeden Imker treffen kann, sollten viele Sachkundige bei der Desinfektion mithelfen, um die Seuche wirkungsvoll und machbar in den Griff zu bekommen. Zur Sanierung kann das sogenannte BIG-Mobil aus Triesdorf zum Einsatz kommen.

Autor:

Daniel Decombe aus Nürnberger Land

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