Birkenpollen auf dem Höhepunkt
Allergiker müssen weiter durchhalten
- Birkenpollen sind nun auf dem Saisonhöhepunkt. (Symbolbild)
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Bayern (dpa/ak) – Der Frühling zeigt sich mild – und für viele Allergiker von seiner anstrengendsten Seite. Die Birke erreicht derzeit ihren Saisonhöhepunkt, nahezu ganz Deutschland ist laut dem Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes stark belastet. „Momentan blühen deutschlandweit die Birken, deshalb haben wir eine sehr hohe Konzentration“, sagt Carola Grundmann von der Human-Biometeorologie des DWD. Das milde Wetter seit Ostern habe die Entwicklung zusätzlich beschleunigt.
Eine schnelle Entlastung ist nicht in Sicht. Die Expertin rechnet die gesamte Woche über mit hohen Werten. Wie lange die Belastung anhält, hängt vom weiteren Wetterverlauf ab, doch üblicherweise zieht sich die Blühphase über mehrere Wochen.
Die Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann vom Universitätsklinikum Augsburg beobachtet seit Jahren einen deutlichen Anstieg allergischer Erkrankungen. Die Umwelt werde „allergener“, wie sie sagt: mehr Pollen, aggressivere Pollen – und gleichzeitig empfindlichere Menschen. Schadstoffe machten Haut und Schleimhäute durchlässiger, wodurch Allergene leichter eindringen könnten.
Kurzfristig können Allergiker auf Regen hoffen. Eine schwache Front soll in der Nacht zu Freitag und am Freitag vor allem im Norden vorübergehend für Entspannung sorgen. Wind dagegen verschärft die Lage, besonders wenn Ostwind Birkenpollen aus Polen nach Deutschland transportiert.
Neben der Birke macht auch die Esche weiterhin Probleme. Während sie im Südwesten und Westen ihren Höhepunkt bereits überschritten hat, liegt das Maximum nun im Nordosten. Und selbst nach Birke und Esche wird es kaum ruhiger: Die Gräser stehen bereits bereit.
Langfristig verändern sich die Pollenphasen spürbar. Durch den Klimawandel beginnt die Vegetationsperiode früher, manche Arten wie die Erle blühen inzwischen vereinzelt schon im Dezember. Traidl-Hoffmann spricht von einer „dramatischen“ Entwicklung und rät, sich regelmäßig über aktuelle Pollenflugdaten zu informieren – auch weil manche Pollen vor allem nachts unterwegs sind.
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