Bundesweite Kontrollaktion
Blitzmarathon – Hier stehen alle Messstellen
- Temposünder sollen am Blitzmarathon in Bayern ausgebremst werden. (Archivbild)
- Foto: Pia Bayer/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
BAYERN (Ute Wessels/dpa/ak) – In Bayern müssen Autofahrer an diesem Mittwoch mit deutlich mehr Tempokontrollen rechnen. Der Freistaat beteiligt sich an der bundesweiten Blitzerwoche und setzt dafür auf einen 24‑stündigen Blitzmarathon. Die Aktion beginnt am 15. April um 6 Uhr und endet am folgenden Morgen zur gleichen Zeit. Rund 2.000 Polizistinnen und Polizisten sowie Kräfte der kommunalen Verkehrsüberwachung sind im Einsatz. Anders als viele andere Länder veröffentlicht Bayern die Standorte der Messstellen vorab online.
Der Blitzmarathon ist Teil der europaweiten „Speedweek“, die vom Netzwerk der Verkehrspolizeien Roadpol organisiert wird. Hintergrund sind die weiterhin hohen Unfallzahlen durch überhöhte Geschwindigkeit. Nach Angaben des Innenministeriums war zu schnelles oder nicht angepasstes Fahren im Jahr 2025 für 26,4 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle im Freistaat verantwortlich, im Jahr zuvor lag der Anteil bei 28 Prozent. Ziel der Aktion ist es, Verkehrsteilnehmer für die Risiken zu sensibilisieren und die Einhaltung der Tempolimits zu stärken. Innenstaatssekretär Sandro Kirchner betont, dass es nicht darum gehe, möglichst viele Bußgelder zu verhängen.
Landesweit sind rund 1.570 Messstellen geplant – auf Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ebenso wie innerorts. Im Fokus stehen besonders unfallträchtige Abschnitte und Bereiche mit erhöhter Gefährdung, etwa vor Schulen, Altenheimen, Krankenhäusern oder an Baustellen. Die Liste der Standorte sowie eine interaktive Karte stellt das Innenministerium im Internet bereit.
Wer zu schnell unterwegs ist, muss mit teils empfindlichen Sanktionen rechnen. Innerorts kosten bis zu 10 km/h zu viel 30 Euro, außerorts 20 Euro. Bei 26 bis 30 km/h Überschreitung drohen innerorts 180 Euro, ein Punkt und unter Umständen ein Monat Fahrverbot. Außerorts werden bei 41 bis 50 km/h zu viel 320 Euro fällig, dazu zwei Punkte und ebenfalls ein Fahrverbot. Kommt es durch überhöhte Geschwindigkeit zu einer Gefährdung anderer, können strafrechtliche Folgen hinzukommen.
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