Lange Verhandlungen
Bahn und GDL starten in entscheidende Tarifrunde
- Am Mittwoch wird in München und Nürnberg der Nahverkehr bestreikt. (Archivbild)
- Foto: Sven Hoppe/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
BERLIN (dpa/ak) – Bei der Deutschen Bahn beginnt heute die vierte Tarifrunde mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Fünf Tage sind für die Gespräche angesetzt – länger als in allen bisherigen Runden. Ein Angebot des Konzerns liegt bislang nicht vor, doch es gilt als wahrscheinlich, dass die Bahn nun nachlegt.
Für Fahrgäste bleibt der Februar vorerst ruhig. Wegen der geltenden Friedenspflicht kann die GDL in diesem Monat keine Warnstreiks ausrufen. Möglich wäre lediglich, dass die Gewerkschaft eine Urabstimmung über unbefristete Streiks vorbereitet, die dann im März zu längeren Ausständen führen könnten. Hinweise darauf gibt es bislang jedoch nicht.
Inhaltlich fordert die GDL unter Vorsitz von Mario Reiß acht Prozent mehr Geld, davon 3,8 Prozent als direkte Entgelterhöhung. Weitere Verbesserungen sollen über Änderungen im Tarifsystem erreicht werden, etwa durch eine neue Tarifstufe. Die Laufzeit des Vertrags soll zwölf Monate betragen. Die Arbeitnehmerseite hatte die Bahn bereits vor der letzten Runde zu einem Angebot aufgefordert – ohne Erfolg.
Sollte in dieser Woche keine Einigung gelingen, ist für die letzte Februarwoche eine weitere fünftägige Runde geplant. Beide Seiten betonen, dass die Zeit ausreichen müsste, um einen Kompromiss zu finden. Gelingt das nicht, droht ab März eine Eskalation mit möglichen Arbeitskämpfen und Einschränkungen für Reisende.
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