Mehr Kameras im öffentlichen Raum
Bayerns Polizei setzt Überwachungsoffensive fort

Videoüberwachung ist schon lange Alltag in Bayern – die Zahl der Kameras ist deutlich gestiegen in den vergangenen Jahren. (Symbolbild) | Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Videoüberwachung ist schon lange Alltag in Bayern – die Zahl der Kameras ist deutlich gestiegen in den vergangenen Jahren. (Symbolbild)
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BAYERN (dpa/lby/ak) – Die Zahl der polizeilichen Überwachungskameras in Bayern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zwischen 2020 und 2024 wuchs der Bestand nach Angaben des Innenministeriums von 95 auf 141 stationäre Anlagen – ein Zuwachs von 67 Prozent. Die vollständigen Zahlen für 2025 sollen erst im kommenden Jahr vorliegen. Für Innenminister Joachim Herrmann ist der Ausbau ein zentraler Baustein der Sicherheitsstrategie des Freistaats.

Herrmann spricht von einer bewährten Technik, die Ermittlungen beschleunige und Straftäter abschrecke. Die Polizei nutze Videoüberwachung seit Jahren an Orten, an denen besonders viele Delikte registriert werden. Aktuell betreibt sie an 17 Standorten im Land fest installierte Kameras. In München waren es Ende 2024 dreißig, in Mittelfranken 34 und in der Oberpfalz 32. Andere Präsidien wie Niederbayern, Oberfranken oder Schwaben Süd/West meldeten bis dahin keine eigenen Anlagen.

Der Ausbau geht weiter. Am Bahnhof Coburg wurde Ende 2025 eine neue Anlage in Betrieb genommen. Weitere Kameras kamen im Alten Botanischen Garten und am Stachus in München hinzu, ebenso am Hauptbahnhof Regensburg und am Augsburger Bahnhof. Erst vor wenigen Tagen wurde eine neue Überwachungsanlage in der Schweinfurter Innenstadt freigeschaltet. Das Innenministerium verweist darauf, dass diese Technik nicht nur zur Aufklärung beitrage, sondern auch Streifen entlaste, die sonst viel Personal binden würden.

Neben den polizeilichen Systemen existiert eine Vielzahl weiterer Kameras, die von Kommunen, staatlichen Einrichtungen oder privaten Betreibern installiert wurden. Eine Übersicht über deren Gesamtzahl gibt es nicht. Ob eine Überwachung notwendig sei, liege im Ermessen der jeweiligen Behörden vor Ort, heißt es aus dem Ministerium. Die Polizei stehe dazu in engem Austausch mit den Kommunen.

An Bahnhöfen ergänzt die Landespolizei die Videoüberwachung der Bundespolizei, die für die Gebäude und Gleisanlagen zuständig ist. Beide Seiten streben einen direkten Austausch von Livebildern an. Die rechtlichen Grundlagen dafür sollen geschaffen werden.

Parallel dazu arbeitet die Polizei seit Herbst 2024 in der Arbeitsgruppe „Bayern. 360° Sicherheit.“ an einer systematischen Analyse von Kriminalitätsbrennpunkten. Ziel ist es, Auffälligkeiten in Innenstädten und im Umfeld von Bahnhöfen früh zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Dazu gehören verstärkte Fußstreifen, der Einsatz von Drogenspürhunden, Verbotszonen für Alkohol, Cannabis und Waffen sowie punktuelle Einsätze geschlossener Einheiten.

Herrmann kündigt an, auch die kommunale Videoüberwachung erleichtern zu wollen. Städte und Gemeinden sollten dort handeln können, wo sie es für notwendig halten. Die Optimierung bestehender Anlagen in den Innenstädten sei Teil dieser Strategie. Für das Innenministerium bleibt die Videoüberwachung ein Instrument, das Präsenz vor Ort ergänzt und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken soll.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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