Lange Haftstrafe für Baum-Mörder
Deutliches Signal aus Nordengland: Keine Gnade für Naturdenkmal-Zerstörer

Der ikonische Baum war im September 2023 gefällt worden.  | Foto: Owen Humphreys/Press Association/dpa (Archivbild)
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  • Der ikonische Baum war im September 2023 gefällt worden.
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NEWCASTLE (dpa/vs) - Wenn es um Umweltfrevel geht, können Täter etwa in Deutschland häufig mit milden Strafen rechnen. In Nordengland hat jetzt ein Gericht ein deutliches Zeichen gesetzt: Wer ein Naturdenkmal willkürlich zerstört, wandert ins Gefängnis und das nicht nur für einige Wochen.

Die beiden Täter im Prozess um den illegal gefällten «Robin-Hood-Baum» in Nordengland müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis. Die zuständige Richterin am Newcastle Crown Court verurteilte die beiden wegen der Sachbeschädigung zu vier Jahren und drei Monaten Haft. Die Tat habe «erhebliche soziale Auswirkungen» gehabt, begründete die Richterin das Strafmaß.

Die Tat der 32 und 39 Jahre alten Männer hatte in ganz Großbritannien und sogar weltweit für Entsetzten gesorgt. Eine Jury hatte sie im Mai für schuldig befunden, den Baum in einer Septembernacht 2023 gemeinschaftlich mit einer Kettensäge gefällt zu haben. Innerhalb von Minuten soll der jahrhundertealte Baum irreparabel beschädigt worden sein.

«Leider nur eine betrunkene Dummheit»

Der ikonische Baum, bekannt aus dem Hollywoodfilm «Robin Hood - König der Diebe» mit Kevin Costner, war auf den ebenso weltbekannten Hadrianswall gestürzt, der ebenfalls beschädigt wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte die Aktion der beiden Angeklagten als sinnlosen Vandalismus bezeichnet.

Mit einer besseren Erklärung für die Tat konnten die Verurteilten auch nicht aufwarten. Am Tag der Strafmaßverkündung ließ einer der Täter über seinen Anwalt ausrichten, es sei «leider nur eine betrunkene Dummheit» gewesen, die zu der Tat geführt habe. Der andere gab laut Richterin seinem Mitangeklagten die Hauptschuld und behauptete, er habe sich nur mitschleifen lassen.

Perfektes Fotomotiv

Der Berg-Ahorn (auf Englisch Sycamore Tree) stand in einer Senke - der sogenannten Sycamore Gap - in Northumberland und war ein beliebtes Fotomotiv. Über viele Jahre hinweg waren der Baum und seine Lage zu einem berühmten Ort geworden, der unzählige Male in Fotografien, Spielfilmen und Kunstwerken dargestellt wurde.

Der Hadrianswall war von den Römern im zweiten Jahrhundert nach Christus zum Schutz vor Angriffen aus dem Norden sowie zur Kontrolle von Handelswegen gebaut worden. Er gehört zum Weltkulturerbe.

Der ikonische Baum war im September 2023 gefällt worden.  | Foto: Owen Humphreys/Press Association/dpa (Archivbild)
Der Baum wurde kurz über dem Boden abgetrennt.  | Foto: Owen Humphreys/Press Association/dpa (Archivbild)
Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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