Handwerkspräsident fordert neue Kommission
Dittrich drängt auf Entlastung bei Sozialabgaben
- Handwerkspräsident: Die viel zu hohen Lohnzusatzkosten müssen runter.
- Foto: Michael Kappeler/dpa
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Berlin (dpa/ak) – Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Kommission einzusetzen, die sich gezielt mit der finanziellen Entlastung von Beschäftigten und Betrieben befasst. Die bisherigen Reformen reichten nicht aus, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks der Deutschen Presse-Agentur. Die Lohnzusatzkosten seien zu hoch, ihre Reduzierung überfällig.
Dittrich verwies auf die Rentenkommission, deren Vorschläge nach seiner Einschätzung ausgewogen gewesen seien und breite Zustimmung gefunden hätten. Wenn die Koalition dieses Instrument nutze, müsse sie nun eine weitere Kommission einsetzen, die die Belastungen der Wirtschaft in den Blick nehme. Das jüngste Sparpaket im Gesundheitsbereich habe zwar die Ausgaben stabilisiert, lasse aber keinen Spielraum für Entlastungen.
Nach Dittrichs Worten würde eine Senkung der Lohnzusatzkosten sowohl die Wettbewerbsfähigkeit stärken als auch den Binnenmarkt beleben. Reine Umverteilung helfe nicht weiter, sagte er. Betriebe und Beschäftigte bräuchten mehr Mittel, um investieren und konsumieren zu können. Die Bundesregierung verweise zwar auf fehlende finanzielle Spielräume, doch ohne Kurswechsel drohe Deutschland wirtschaftlich zurückzufallen.
Der Handwerkspräsident zeichnete ein ernüchterndes Bild der Lage. Die wirtschaftlichen Daten zeigten eine Verschlechterung, Reformen kämen in den Betrieben nicht an. Im Zentralverband gingen zunehmend besorgte und teils verbitterte Rückmeldungen ein, weil sich die schwache Entwicklung in den Auftragsbüchern niederschlage. Die Insolvenzzahlen stiegen, einzelne Bereiche wie der Hochbau stünden massiv unter Druck. Seit Jahresbeginn sei die Umsatzentwicklung im Gesamthandwerk preisbereinigt negativ.
Für 2025 rechnet der Verband mit 73.000 weniger Arbeitsplätzen als im Vorjahr. Der demografische Wandel spiele dabei eine Rolle, doch bei einer robusten Konjunktur hätten Meisterinnen und Meister Möglichkeiten gegenzusteuern – etwa durch die Übernahme von Beschäftigten aus Branchen, die sich im Umbruch befinden. Dittrich hält daher weitere Reformen für unausweichlich.
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