Delikat: Es geht um den Hintern
Heute Fernsehdoku: Warum hat die Natur den Po erfunden?

Auf 3sat läuft die Wissenschaftsdoku "Unser erstaunlicher Po – Warum die Natur das Hinterteil erfand". | Foto: Troy Manning/ZDF/dpa (Handout/Symbolbild)
  • Auf 3sat läuft die Wissenschaftsdoku "Unser erstaunlicher Po – Warum die Natur das Hinterteil erfand".
  • Foto: Troy Manning/ZDF/dpa (Handout/Symbolbild)
  • hochgeladen von Victor Schlampp

Berlin (dpa/vs) - Erotik und Abscheu, Inspiration für Künstler, Objekt für Beleidigungen und Hineintret-Fantasien: Warum ist das Gesäß mehr als nur ein Körperteil? Ein kurzweiliger Film heute im Fernsehen zeigt kuriose Po-Fakten aus der Tierwelt. Und spricht offen über Tabus und Gesundheit.

In Australien leben Ameisen mit grünem Hinterteil. Sie schmecken zitronig. Und Indigene mixen daraus eine Nasenspülung. «Ein Po mit Zauberkräften», heißt es dazu in der 3sat-Dokumentation «Unser erstaunlicher Po - Warum die Natur das Hinterteil erfand». Der Fernsehsender zeigt den Film von Liam O'Rinn am Donnerstag um 20.15 Uhr, der bereits am 9. Oktober zu sehen war. Außerdem steht er in der Mediathek.

Reporter Anthony Morgan widmet sich gut 40 Minuten dem Hinterteil. Die Frage nach dem Warum stellt er gleich zu Beginn selbst - und gibt auch eine Antwort: «Weil wir dieses Thema meistens meiden. Denn es kann unangenehm sein.»

Lockerer Ton und tierische Einblicke

Um die Sache zu entschärfen, versuchen es die Macher mit Humor: Mehrfach werden Szenen einer Straßenumfrage eingeblendet, in denen Menschen andere Begriffe und Spitznamen für den Hintern nennen. Kinder erklären Po-Kuriositäten aus der Tierwelt. Moderator Morgan schlägt einen lockern Ton an. Und dann werden Grafiken und Animationen eingebaut, die den jeweiligen Sachverhalt auf eher spielerische Weise veranschaulichen sollen.

Zudem geht es viel um Tiere, also erstmal gar nicht um den menschlichen Po. Und neben besagten Ameisen finden sich im Tierreich hierzu eine ganze Zahl an weiteren Beispielen: Manche Insektenlarve schütze sich mit einem Fäkalschild, erfährt das Publikum. Andere Käfer feuerten aus dem Hintern Abwehrstoffe.

Einige Tiere scheiden zwischen den Kiemen aus, wie es heißt. Nacktschnecken seitlich, weil ihr Körper auch ohne Haus gedreht sei. Nicht jeder Hintern sei am Hinterteil, erläutert Meeresbiologin Maureen Berg. Unter dem Hashtag «invert butt» sei das zeitweilig sogar mal ein Internetphänomen gewesen.

Widersprüchliche Thesen zur Po-Evolution

Überhaupt bringt die Dokumentation viele Protagonisten unter, die auch mal für unterschiedliche wissenschaftliche Erklärungsansätze etwa zur Entwicklung des Hinterns stehen. So argumentiert der Jenaer Zoologe Andreas Hejnol auf Basis von Würmern aus Seegurken, dass sich zunächst der Mund und erst später der After entwickelt habe. Entwicklungsbiologe Hans Larsson wiederum ist der Ansicht, bei allen sei es mit dem Anus losgegangen.

Aber auch der Mensch kommt nicht zu kurz: Die Filmemacher sind etwa bei einer Darmspiegelung dabei und sprechen mit einer Krebspatientin, die ohne After lebt. Als sie die Diagnose erhielt, sei sie 30 gewesen, «eine junge schöne Frau». Dank eines künstlichen Darmausgangs müsse sie nicht in Windeln ausscheiden, berichtet sie recht offen. «Ich hatte keine Wahl.»

Warum es kein Tabuthema sein sollte

Überhaupt versucht die Dokumentation, Scham und Peinlichkeit zu nehmen. Der Arzt Sender Liberman betont, wie wichtig es sei, über mögliche gesundheitliche Probleme am, im und um den Hintern zu sprechen.

Der Film geht trotz der geringen Dauer vielen Facetten nach und ist dadurch sehr kurzweilig. «Unser Gesäß ist wie ein Vorratsbehälter», hören die Zuschauer und Zuschauerinnen an einer Stelle. Der Hintern speichere Energie.

Anus-Atmung und weiches Kissen

Später geht es um die Frage, ob Menschen über den Darm atmen oder zumindest eine Zeit lang mit Sauerstoff versorgt werden könnten. Eine absurde Vorstellung? An Mäusen sei das schon getestet worden. Und es werden Schildkröten gezeigt, die von Natur aus über den Anus atmen.

In einem Selbstversuch beim Aktmalen geht Reporter Morgan zudem der Frage nach, was einen schönen Hintern eigentlich ausmache. «Es hat mit Fülle zu tun», sagt die Künstlerin Clara Lieu. Im Grunde sei der Po wie ein großes Kissen.

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

Webseite von Victor Schlampp
Victor Schlampp auf Facebook
Victor Schlampp auf Instagram
Victor Schlampp auf X (vormals Twitter)

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

13 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.