Virusverdacht stoppt Ausschiffung
Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sucht neuen Zielhafen
- Die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs können auf den kapverdischen Inseln nicht von Bord gehen.
- Foto: Arilson Almeida/AP/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Kap Verde (dpa/ak) – Auf den Kapverden sitzt ein kleines Kreuzfahrtschiff fest. Wegen eines möglichen Hantavirus-Ausbruchs dürfen die Passagiere der „Hondius“ dort vorerst nicht an Land. Der Betreiber Oceanwide Expeditions teilte mit, man prüfe eine Weiterfahrt zu den Kanarischen Inseln, wo unter Aufsicht der WHO und niederländischer Behörden weitere medizinische Untersuchungen möglich wären. Eine Bestätigung dafür steht noch aus. Drei Menschen sollen über Kap Verde medizinisch ausgeflogen werden. Das Schiff liegt derzeit vor dem Hafen von Praia.
An Bord befinden sich knapp 150 Passagiere und 61 Crewmitglieder. Die Stimmung sei ruhig, heißt es. Die „Hondius“ war vor einigen Wochen in Argentinien gestartet, unterwegs kam es zu mehreren Todesfällen. Drei Passagiere starben, darunter ein niederländisches Ehepaar und ein Deutscher. Bei der verstorbenen Niederländerin wurde das Hantavirus nachgewiesen. Ein weiterer Passagier ist bestätigt infiziert und wird in Südafrika intensivmedizinisch behandelt. Zudem gibt es Verdachtsfälle unter den Reisenden und zwei erkrankte Besatzungsmitglieder.
Das Hantavirus wird in der Regel über Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen und kann schwere Atemwegs- und Nierenerkrankungen auslösen. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind laut WHO selten. Ein Ausbruch auf einem Schiff gilt als ungewöhnlich. Die WHO sieht dennoch kein größeres Risiko für die Allgemeinheit und unterstützt die laufenden Untersuchungen an Bord. Eine umfassende epidemiologische Analyse ist im Gang.
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