Dauerkrise im Gastgewerbe
Todesspirale? - immer höhere Preise und immer weniger Kunden
- Ausgehen hat seinen Preis, und das können sich immer mehr Menschen in Deutschland seltener leisten.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa (Archivbild)
- hochgeladen von Victor Schlampp
Wiesbaden (dpa/vs) - Die Lage ist dramatisch: In Restaurants, Kneipen und Hotels fehlen immer häufiger die Gäste. Nur mit immer höheren Preisen halten viele Betriebe ihre Umsätze. Ein Teil der Kundschaft zieht daraus Konsequenzen. Und was macht die Politik?
Gaststätten schließen, für immer mehr Menschen wird das Essengehen zum Luxus: Das deutsche Gastgewerbe ist in der ersten Hälfte dieses Jahres noch tiefer in die Krise gerutscht. Preisbereinigt sind die Umsätze im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum noch einmal um 3,7 Prozent gesunken, wie das Statistische Bundesamt berichtet.
Nur deutliche Preiserhöhungen haben den Wirten und Hoteliers die Erlöse noch einigermaßen gerettet: Nominal lagen die Umsätze nur 0,1 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Mit einem realen Rückgang um 4,1 Prozent wurde die Gastronomie härter getroffen als Hotels und andere Beherbergungsbetriebe, die nur einen Rückgang um 2,6 Prozent verkraften mussten.
Höhere Umsatzsteuer auf Speisen
Zur Flaute beigetragen hat mutmaßlich der seit Jahresbeginn 2024 wieder gültige volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf Speisen. Nach dem Willen der neuen Bundesregierung soll dieser Satz zum kommenden Jahr wieder auf das Niveau aus der Corona-Zeit von 7 Prozent gesenkt werden.
Nach einem kurzen Zwischenhoch zu Ostern hat sich die Lage im Juni weiter eingetrübt. Die Umsätze lagen real 5,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat und einschließlich der Preiserhöhungen 3,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr.
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