Pendler und Schüler stehen vor Problemen
Warnstreik legt Nahverkehr lahm
- Für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfte es stressig werden - sie müssen trotzdem pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen.
- Foto: Henning Kaiser/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Berlin (dpa/ak) – Ein groß angelegter Warnstreik hat den öffentlichen Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands zum Stillstand gebracht. Seit den frühen Morgenstunden bleiben Busse, Straßen- und U-Bahnen vieler kommunaler Betriebe in den Depots. Betroffen sind nahezu alle Bundesländer, einzig in Niedersachsen gilt für rund 5.000 Beschäftigte noch die Friedenspflicht.
Der Arbeitskampf begann planmäßig um 3 Uhr. Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt betonte, man wolle am Verhandlungstisch vorankommen, auch wenn niemand gern bei winterlichem Wetter streike. Für Millionen Pendler bedeutet der Ausfall dennoch erhebliche Umwege. Arbeitnehmer müssen trotz Streik pünktlich erscheinen, denn sie tragen weiterhin das sogenannte Wegerisiko. Auch Schülerinnen und Schüler können sich nicht auf ausgefallene Busse berufen – die Schulpflicht bleibt bestehen.
Während der Nahverkehr vielerorts ruht, fahren die Regional- und S‑Bahnen der Deutschen Bahn regulär. Der Konzern ist nicht Teil der Verdi-Verhandlungen. In diesen fordert die Gewerkschaft bessere Arbeitsbedingungen, darunter kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhephasen und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienste. Verdi-Vertreter Andreas Schackert warnte, ohne Verbesserungen blieben die Jobs im Fahrdienst unattraktiv und der Personalmangel verschärfe sich weiter.
Erschwert wird die Lage zusätzlich durch das Wetter. Der Deutsche Wetterdienst meldet regional gefrierenden Regen und Glätte – ein weiterer Faktor, der den Start in die Woche für viele zur Geduldsprobe macht.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.