Lebendig oder tot: Vorsicht vor Spitzmäusen
Neuer Borna-Virus-Fall in Bayern gemeldet

Tote Spitzmäuse niemals ungeschützt berühren. Sie können das gefährlich Borna-Virus in sich tragen. | Foto: Martin-stock.adobe.com (Symbolbild)
  • Tote Spitzmäuse niemals ungeschützt berühren. Sie können das gefährlich Borna-Virus in sich tragen.
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Tirschenreuth (dpa/lby/vs) - Wer gerne im Garten arbeitet, oder sich in freier Natur aufhält, sollte bei Begegnungen mit lebenden oder toten Feldspitzmäusen erhöhte Vorsicht walten lassen: Im Landkreis Erding gibt es einen neuen Borna-Virus-Fall. Infektionen mit dem Virus sind selten, aber lebensbedrohlich. Was die Behörden zu Übertragungswegen und Schutzmaßnahmen sagen.

In Bayern ist erneut ein Mensch mit dem seltenen Borna-Virus erkrankt. Die Infektion sei im Landkreis Erding nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Zum Gesundheitszustand der Person äußerten sich die Behörde nicht.

Die Infektionen mit der wahrscheinlich vordringlich von Feldspitzmäusen übertragenen Krankheit verlaufen in den meisten Fällen lebensbedrohlich. Jährlich werden weniger als zehn Fälle in ganz Deutschland gemeldet, ein Großteil davon aus Bayern.

Das Gesundheitsamt Erding stehe bei der Untersuchung zur Infektionsursache in engem Austausch mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Feldspitzmaus als Überträger

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.

Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Maus sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Maske getragen werden.

Oft waren Menschen von Infektionen betroffen, die an Ortsrändern leben. Verschiedene Tierarten wie Pferde, Schafe und Igel können ebenfalls erkranken.

Mehrere Todesfälle in Bayern

Im vergangenen Jahr gab es mehrere Todesfälle in Bayern. Im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz starb im Herbst eine 57 Jahre alte Person. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals zunächst keine Erklärung.

Wenig Therapie-Möglichkeiten

Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen Symptome auslöst.

Der Erreger ist bei Tieren zwar seit langem bekannt. Erst seit 2018 wurde aber nachgewiesen, dass BoDV-1 auch auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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