Große Ziele gemeinsam erreichen
Erlangens OB Florian Janik und BM Jörg Volleth im MarktSpiegel-Interview

Die Chemie stimmt: Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und Jörg Volleth (CSU) gemeinsam vor dem Erlanger Rathaus.
Foto: © Uwe Müller
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ERLANGEN (mue) - Vor nunmehr über zwei Jahren gab es in Erlangen anlässlich der Kommunalwahl erneut ein spannendes Finale im Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) konnte sich im Amt behaupten – und regiert seither zusammen mit seinem damaligen Herausforderer Jörg Volleth von der CSU. Der MarktSpiegel sprach mit beiden über ihre gemeinsame Arbeit.

Kann man sagen, dass in Erlangen die große Koalition schlicht und ergreifend funktioniert?
F. Janik:
Das kann man so sagen. Wir arbeiten vertrauensvoll zusammen, nicht zuletzt weil es auch auf der persönlichen Ebene gut passt. Wichtig ist, dass man versucht, andere Positionen zu verstehen und bei Bedarf auch bereit ist, ein Stück von der eigenen Position abzuweichen.
J. Volleth: Wir sehen uns gegenseitig als verlässliche Partner, was eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht. So können in Erlangen wichtige Themen angegriffen und umgesetzt werden.

Wo sehen Sie bei Ihrer Zusammenarbeit inhaltlichen Nachholbedarf?
J. Volleth:
Sicherlich haben wir in manchen Bereichen auch unterschiedliche Ansichten, wie zum Beispiel beim Autoverkehr. Man darf nicht vergessen, dass beide Parteien ihre eigenen Grundsätze, ihren eigenen Kern haben, den sie auch beibehalten sollten. Wichtig für mich ist jedoch, dass am Ende ein Ergebnis erzielt wird, das für beide Partner tragbar ist. Das ist uns aber bisher immer gut gelungen.
F. Janik: Natürlich haben wir noch große Herausforderungen vor uns. Beispielsweise die Belebung der Innenstadt, steigende Baukosten, Fachkräftemangel und den Klimaschutz. Über die Richtung sind wir uns einig und über den genauen Weg muss – wie immer in der Politik – diskutiert werden.

Welche gemeinsamen Erfolge schreiben Sie sich bisher auf die sprichwörtliche Fahne?
F. Janik:
Erlangen ist bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Wir haben in unserer Stadt zum Glück sehr gute medizinische Einrichtungen und einen leistungsfähigen Katastrophenschutz. Und wir haben diejenigen unterstützt, die besonders von der Pandemie betroffen sind. Gemeinsam haben wir bereits zwei Haushalte beschlossen, die wichtige Themen wie Soziales, Klimaschutz oder Kinderbetreuung gut abdecken. Darüber hinaus werden Rekord-Investitionen getätigt. Erlangen ist so auch nach zwei Corona-Jahren zukunftsfähig aufgestellt.
J. Volleth: Im Vordergrund steht für uns ein ausgewogener Haushalt. Der ist die Voraussetzung, um die großen Projekte zu verwirklichen. Aufgrund der gesicherten Haushaltssituation konnten wir zum Beispiel im letzten Jahr gemeinsam ein herausragendes Sonderprogramm auf den Weg bringen, mit dem Sportvereine die Möglichkeit bekommen, ihre Infrastruktur zukunftsfähig aufzustellen. Aber auch die Investitionen in unsere Stadtteilhäuser und das anstehende Schulsanierungsprogramm können auf unsere gute Zusammenarbeit zurückgeführt werden.

Was würden Sie sich mit Blick auf die aktuelle Bundespolitik wünschen?
J. Volleth:
Der Bund unterstützt die Kommunen bereits durch viele Förderprogramme. Leider sind diese Förderprogramme oftmals mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden, sodass sie manchmal auch zur Bürde werden können. Hier würde ich mir entsprechende Erleichterungen wünschen.
F. Janik: Bevor ich mir etwas wünsche, möchte ich erst einmal mit etwas Positivem beginnen. Wie alle politischen Ebenen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine zusammengearbeitet haben, war in weiten Teilen vorbildlich. Das war wichtig für die Menschen die bei uns angekommen sind. Die enorme Hilfsbereitschaft von allen Seiten der Gesellschaft war überwältigend. Doch zu Ihrer Frage: Vom Bund würde ich mir oftmals mehr Freiheiten für Kommunen wünschen, zum Beispiel im sozialen Wohnungsbau oder bei Tempolimits im Straßenverkehr.

Interview: Uwe Müller

Die Chemie stimmt: Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und Jörg Volleth (CSU) gemeinsam vor dem Erlanger Rathaus.
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Besprechung im OB-Büro.
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Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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