Netzwerke als Schlüssel zum Erfolg
Regionalvermarktung im Aufwind
- Referenten und Teilnehmende diskutieren bei der Veranstaltung „Runder Tisch Regionalvermarktung“ in Cadolzburg über Strategien zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten.
- Foto: Landratsamt Fürth
- hochgeladen von Arthur Kreklau
LANDKREIS FÜRTH (pm/ak) – Im Cadolzburger Bürgersaal stand beim „Runden Tisch Regionalvermarktung“ ein Thema im Mittelpunkt, das für den Landkreis Fürth immer wichtiger wird: Nur gemeinsam lässt sich regionale Vermarktung dauerhaft stärken. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth‑Uffenheim und die Regional- und Wirtschaftsförderung hatten eingeladen – und präsentierten Beispiele, die zeigen, wie gut funktionierende Netzwerke wirken können.
Landrat Bernd Obst betonte, dass Verbraucher heute nicht nur Qualität erwarten, sondern auch nachvollziehbare Geschichten hinter den Produkten. Kurze Wege, nachhaltige Erzeugung und Transparenz seien entscheidend, um Vertrauen zu schaffen. Wie das praktisch gelingt, zeigte die Öko‑Kiste aus Obernzenn: Als ein Lieferant plötzlich zu viele Auberginen hatte, entwickelte der Betrieb gemeinsam mit einem Koch ein Baba‑Ghanoush‑Rezept, bewarb es online – und verkaufte die gesamte Menge innerhalb kürzester Zeit.
Auch in der Gemeinschaftsverpflegung gewinnt Regionalität an Bedeutung. Im Nürnberger Kindergarten St. Martin wird täglich frisch und saisonal gekocht, beliefert von regionalen Partnern wie der RosaKuh aus dem Landkreis Fürth. Die Kinder lernen dabei nicht nur gesunde Ernährung kennen, sondern auch, wo ihr Essen herkommt.
Ein weiteres Erfolgsbeispiel präsentierte Eva Zwingel mit ihren „Grischberli“-Chips. Was einst mit 15 Hofläden begann, ist heute in rund 800 Verkaufsstellen erhältlich – ein Wachstum, das ohne starke Partner nicht möglich gewesen wäre. Die Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“ unterstreicht damit ihren Grundgedanken: Kooperation statt Konkurrenz.
Neben wirtschaftlichen Vorteilen spielt auch die Versorgungssicherheit eine Rolle. Regionale Kreisläufe machen unabhängiger von globalen Lieferketten und stärken die Ernährungsnotfallvorsorge. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wertvoll eine funktionierende lokale Produktion ist.
Der Runde Tisch machte deutlich, dass Direktvermarktung Engagement, Mut und Idealismus erfordert. Doch er zeigte ebenso, dass aus Zusammenarbeit echte Mehrwerte entstehen – für Betriebe, für Verbraucher und für die gesamte Region.
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