Vernissage in St. Egidien
Uwe Appold und das Hohelied der Liebe

Uwe Appold vor einer Bildtafel
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Mit der Eröffnung der Blauen Nacht fand die Vernissage in der Kulturkirche St. Egidien unter dem Titel "Shir - das Hohelied der Liebe" von und mit Uwe Appold statt.

Thomas Zeitler, Pfarrer für Kunst- und Kulturarbeit, sagte zur Begrüßung, dass man sich für die Ausstellungen lebendige und leidenschaftliche Kunst wünsche - was könne da besser passen als das Hohelied? Appold habe sich viel Zeit für den Aufbau genommen und stehe auch für Gespräche bereit. Horst Eichner als Organisator und Kurator hat die Ausstellung vorbereitet, er hat schon lange eine Affinität zum Hohenlied.
Die Laudatio übernahm Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche, Kooperationspartner sind Astrid Seichter vom Bibelerlebnishaus und Dr. Eckehard Wohlleben von der Stadtakademie.
"In der Mitte der Bibel finden wir einen geheimnisvollen Text. Was hat das in einem heiligen Buch zu suchen? 'Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes.. Der, den meine Seele liebt...', rezitierte der Regionalbischof eindrücklich. 2500 Jahre alt oder älter sei dieser Text. Warum steht er in der Heiligen Schrift? Kluge, Liebende, Weise, Empörte, Theologen, Psychologen und Künstler rätselten darüber und fanden und finden ihre Antwort im Spazierengehen zwischen den Buchstaben dieser Geschichte. Über Jahrhunderte wurde versucht, diese Texte zu zähmen und sie dienstbar für die Theologie zu machen. Am Schluss war die Kraft der Leidenschaft gezähmt - man wußte definitiv, es geht um Gott und die Kirche. Das stehe aber gegen die eigentliche Intention der Texte. Sie wollen keine Sublimierung, kein Auflösen in geistliche Gedanken, sondern das Wunder der Leiblichkeit als Ebenbilder Gottes entdecken. Bernhard von Clairvaux hat im 11. Jahrhundert 86 Predigten über die ersten drei Kapitel des Hohenlieds verfasst. Faszinierend sei, wie Appold aus den Texten heraus die Bilder in einer doppelten Abstraktions- und Verdichtungsreise auf einen Begriff, ein Wort konzentriere und gleichzeitig nachspüre, welche Farbskala sich eröffnet. So entstanden in dreizehn Jahren 36 Doppeltafeln und 37 Briefe an Salomo, den vermutlichen Autoren des Hohenlieds mit Fragen um dem auf die Spur zu kommen, was ihn bewegt haben könnte.

Uwe Appold selbst sprach vom Heiligen Ernst der Liebe, den er in diesen Worten finde. Es sei sein Geschenk an diese Zeit mit ihrer Oberflächlichkeit. Er habe vor das Malen eine große Denkarbeit gesetzt und habe die Lutherbibel von 1546 immer wieder gelesen bis die Worte Farben in ihm ausgelöst haben. So habe er zu jedem Vers acht Farben herausgenommen. Er wollte das Prinzip der harmonischen Schwingung in seine Bilder bringen, obwohl Liebe kein Prinzip sei, sondern nicht zu beschreiben. Liebe sei dialogisch und er würde sich freuen, wenn seine Bilder die Besucher zum Gespräch über die Liebe einladen, denn nur die Liebe kann unserer Zeit Tiefe geben.

Appold ist auch der Gestalter des Hungertuchs 2019/2020, das ebenfalls zu sehen ist. Er hat unter anderem mit Erde aus dem Garten Gethsemane gemalt.
Wunderschön musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Ortlieb Kellner (Panflöte) und Doris Vogel (Harfe).Mit der Eröffnung der Blauen Nacht fand die Vernissage in der Kulturkirche St. Egidien unter dem Titel "Shir - das Hohelied der Liebe" von und mit Uwe Appold statt.

Thomas Zeitler, Pfarrer für Kunst- und Kulturarbeit, sagte zur Begrüßung, dass man sich für die Ausstellungen lebendige und leidenschaftliche Kunst wünsche - was könne da besser passen als das Hohelied? Appold habe sich viel Zeit für den Aufbau genommen und stehe auch für Gespräche bereit. Horst Eichner als Organisator und Kurator hat die Ausstellung vorbereitet, er hat schon lange eine Affinität zum Hohenlied.
Die Laudatio übernahm Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche, Kooperationspartner sind Astrid Seichter vom Bibelerlebnishaus und Dr. Eckehard Wohlleben von der Stadtakademie.
"In der Mitte der Bibel finden wir einen geheimnisvollen Text. Was hat das in einem heiligen Buch zu suchen? 'Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes.. Der, den meine Seele liebt...', rezitierte der Regionalbischof eindrücklich. 2500 Jahre alt oder älter sei dieser Text. Warum steht er in der Heiligen Schrift? Kluge, Liebende, Weise, Empörte, Theologen, Psychologen und Künstler rätselten darüber und fanden und finden ihre Antwort im Spazierengehen zwischen den Buchstaben dieser Geschichte. Über Jahrhunderte wurde versucht, diese Texte zu zähmen und sie dienstbar für die Theologie zu machen. Am Schluss war die Kraft der Leidenschaft gezähmt - man wußte definitiv, es geht um Gott und die Kirche. Das stehe aber gegen die eigentliche Intention der Texte. Sie wollen keine Sublimierung, kein Auflösen in geistliche Gedanken, sondern das Wunder der Leiblichkeit als Ebenbilder Gottes entdecken. Bernhard von Clairvaux hat im 11. Jahrhundert 86 Predigten über die ersten drei Kapitel des Hohenlieds verfasst. Faszinierend sei, wie Appold aus den Texten heraus die Bilder in einer doppelten Abstraktions- und Verdichtungsreise auf einen Begriff, ein Wort konzentriere und gleichzeitig nachspüre, welche Farbskala sich eröffnet. So entstanden in dreizehn Jahren 36 Doppeltafeln und 37 Briefe an Salomo, den vermutlichen Autoren des Hohenlieds mit Fragen um dem auf die Spur zu kommen, was ihn bewegt haben könnte.

Uwe Appold selbst sprach vom Heiligen Ernst der Liebe, den er in diesen Worten finde. Es sei sein Geschenk an diese Zeit mit ihrer Oberflächlichkeit. Er habe vor das Malen eine große Denkarbeit gesetzt und habe die Lutherbibel von 1546 immer wieder gelesen bis die Worte Farben in ihm ausgelöst haben. So habe er zu jedem Vers acht Farben herausgenommen. Er wollte das Prinzip der harmonischen Schwingung in seine Bilder bringen, obwohl Liebe kein Prinzip sei, sondern nicht zu beschreiben. Liebe sei dialogisch und er würde sich freuen, wenn seine Bilder die Besucher zum Gespräch über die Liebe einladen, denn nur die Liebe kann unserer Zeit Tiefe geben.

Appold ist auch der Gestalter des Hungertuchs 2019/2020, das ebenfalls zu sehen ist. Er hat unter anderem mit Erde aus dem Garten Gethsemane gemalt.
Wunderschön musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Ortlieb Kellner (Panflöte) und Doris Vogel (Harfe).

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