Monatelanges Martyrium
19‑Jährige sagt gegen mutmaßlichen Zuhälter aus
- Ein Mann steht in Nürnberg wegen des Vorwurfs der schweren Zwangsprostitution vor Gericht. (Archivbild)
- Foto: Daniel Karmann/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
NÜRNBERG (dpa/lby/ak) – Vor dem Landgericht Nürnberg‑Fürth hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der eine junge Rumänin über Monate zur Prostitution gezwungen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die 19‑Jährige täglich zu durchschnittlich acht Freiern geschickt und sämtliche Einnahmen kassiert zu haben. Ein weiterer Beschuldigter steht wegen Beihilfe vor Gericht.
Nach Darstellung der Ermittler wurde die Frau massiv bedroht und misshandelt. Sie sei geschlagen, getreten, bespuckt und an den Haaren gezogen worden. Man habe ihr angedroht, die Beine zu brechen, und sogar ihr bekannte Kinder in Rumänien bedroht. Ursprünglich war sie überredet worden, in Deutschland und Österreich in der Rotlichtbranche zu arbeiten. Als sie sich weigerte, soll der Angeklagte sie mit Gewalt gefügig gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem besonders schweren Fall der Zwangsprostitution.
Erst nach Monaten gelang der jungen Frau die Flucht. In einer Tankstelle schloss sie sich in einer Toilette ein und alarmierte die Polizei. Die Beamten nahmen den mutmaßlichen Täter fest, als er dort nach ihr suchte. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte am 21. August fallen.
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