Sparkasse Nürnberg spendete über 6.000 Euro für Lebensmittel
Tafeln starten dank Spende und Ehrenamtlichen wieder durch

Der zweite Vorsitzende der Tafel, Wolfram Bauer (3.v.r.), Otfried Bürger von der Sparkasse Nürnberg (2.v.l) und Kerstin Stocker, Leiterin des WinWin Freiwilligenzentrums des Landratsamts (3.v.l.), besuchten die Ausgabestelle in Schnaittach, die bereits am Mittwoch unter Leitung von Ausgabeleiterin Gunda Thiel (r.) Lebensmittelpakete für über 30 Empfangsadressen packte.
  • Der zweite Vorsitzende der Tafel, Wolfram Bauer (3.v.r.), Otfried Bürger von der Sparkasse Nürnberg (2.v.l) und Kerstin Stocker, Leiterin des WinWin Freiwilligenzentrums des Landratsamts (3.v.l.), besuchten die Ausgabestelle in Schnaittach, die bereits am Mittwoch unter Leitung von Ausgabeleiterin Gunda Thiel (r.) Lebensmittelpakete für über 30 Empfangsadressen packte.
  • Foto: M. Stocker
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

NÜRNBERGER LAND (lra/pm/nf) – Mit Unterstützung einer großzügigen Spende der Sparkasse Nürnberg und ehrenamtlicher Hilfe durch das WinWin Freiwilligenzentrum des Landratsamts nehmen die Tafeln im Nürnberger Land ihre Tätigkeit bereits vor Ostern wieder auf. Sie liefern nun Lebensmittelpakete an die Adressen Hilfsbedürftiger.

Seit über 20 Jahren funktionierten die Tafeln im Nürnberger Land ohne Unterbrechung. Nun erregte die angekündigte dreiwöchige Schließung im Landkreis großes Aufsehen. Die Lücke entstand durch einen Engpass bei Lebensmittellieferungen sowie durch den Ausfall von ehrenamtlichen Helfern, die aufgrund ihres Alters oder Vorerkrankungen oft selbst zur Risikogruppe gehören. Zudem ermöglichen die räumlichen Voraussetzungen mancher Ausgabestellen meist keine Abholungen mehr, da Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Jetzt sorgten die Sparkasse Nürnberg und das WinWin Freiwilligenzentrum für schnelle Hilfe: Otfried Bürger übergab der Tafel im Namen der Sparkasse Nürnberg eine Spende in Höhe von über 6.200 Euro für den sofortigen Kauf von fehlenden Lebensmitteln. Und das WinWin Freiwilligenzentrum konnte Ehrenamtliche vermitteln, die die Lebensmitteltaschen und -pakete, die nun geliefert statt abgeholt werden, ausfahren.

„Not ist ein schwieriges Geschäft“, erklärt Bürger. „Seit langem erleben wir die Tafeln bei uns im Landkreis als verlässliche Partner. Nicht alle, die gerne Hilfe fordern, tun etwas, die Tafeln aber schon. Seit über 20 Jahre begleitet die Sparkasse Nürnberg die Tafeln gerne und tut es auch weiterhin“, betonte er. Für ihn sei deren Tätigkeit gelebtes Ehrenamt und gelebte Nächstenliebe – und gerade jetzt vor Ostern sei das besonders wichtig. Daher sehe er diese Spende sehr gut aufgehoben.

Das WinWin-Freiwilligenzentrum versorgte die Tafeln mit einem weiteren wertvollen Gut: mit helfenden Händen. Bereits letzte Woche fuhr eine Ehrenamtliche, die sich im WinWin Freiwilligenzentrum gemeldet hatte, in Hersbruck Lebensmittelpakete für die dortige Tafel aus. Hier kooperierte das Freiwilligenzentrum mit der Diakonie in Hersbruck. Das Freiwilligenzentrum vermittelte die ehrenamtliche Fahrerin, Bereichsleiter Björn Bracher und seiner Kollegin Melanie Ketterer organisierten Tafelpakete aus Neumarkt und wiesen die Fahrerin ein, und Maria Hummer, die Ausgabeleiterin der Tafel Hersbruck, stellte die Kontakte zu den Klienten her, die besonders hilfsbedürftig sind. „Das klappte in dieser Kooperation so schnell und gut, dass wir uns entschlossen, das Modell zu vervielfältigen“, erklärte Stocker vom Freiwilligenzentrum. „Die Bereitschaft und Solidarität der Bürger in den Zeiten der jetzigen Krise zu helfen ist sehr hoch. Doch sollte die Hilfe dann eben auch dort ankommen, wo sie nötig ist und mit dieser Kooperation hatten wir erreicht, dass jeder mit dem hilft, was er am besten kann. Die Tafeln kennen sowohl die Bedarfe als auch die Bedarfsempfänger und verfügen über die Logistik, wir kennen uns mit der Gewinnung und Vermittlung von Freiwilligen aus und organisieren die nötigen Rahmenbedingungen dazu. Und auch unsere lange und gute Partnerschaft mit der Sparkasse half, dass hier schnell mit einer Spende aus der finanziellen Not geholfen werden konnte“, so Stocker.

Wolfram Bauer, 2. Vorsitzender der Tafel Nürnberger Land, ist sehr froh über die Unterstützung und darüber, dass sich Menschen jetzt solidarisch zeigen und mithelfen. Natürlich erhoffe er sich auch, so Bauer, dass einige Ehrenamtliche für die Zeit nach der Pandemie bei den Tafeln bleiben, weil sie feststellen, wie sinnvoll und erfüllend es sei, einen persönlichen Beitrag für Notleidende zu leisten. Denn Bauer rechnet damit, dass die Zielgruppe der Tafeln größer wird, bedingt durch die aktuellen wirtschaftlichen Einbrüche.

In Schnaittach wurden am Mittwoch bereits über 30 Osterpakete von den Ehrenamtlichen gepackt, erklärte die Ausgabeleiterin der dortigen Tafel, Gunda Thiel. Dass diese so gut ausfallen, sei auch dank der Spende der Sparkasse möglich. Kleine Zugaben wie Schokoladeneier und –hasen liegen auf den Paketen und auch das ein oder andere Spielzeug für Kinder spitzt aus den Taschen und Paketen. „Normalerweise gibt es einen Spieletisch, aus dem die Kinder der Abholer vor Ostern ein Spielzeug aussuchen dürfen. Das geht aber aufgrund der Abholsperre jetzt nicht. So haben die Tafelmitarbeiter eben die Spielzeuge auf die Pakete selbst verteilt – denn eigentlich kennt man sich ja inzwischen schon und das geht recht gut“, erklärt Thiel.

In der Regel ist bei der Schnaittacher Tafel am Donnerstag Abholtag. Bereits am Mittwoch beginnen die Vorbereitungen und donnerstags erfolgt die Anlieferung des Großteils der Lebensmittel aus dem Zentrallager in Feucht. Ab 15:30 Uhr findet dann ein gemeinsames Kaffeetrinken der Abholer statt. Diese ziehen ein Los, um ab 16 Uhr nacheinander zur Abholung aufgerufen zu werden. Jeder Abholer in Schnaittach bezahlt einen symbolischen Beitrag von 3 Euro pro Abholung. All dies findet jetzt in diesen Krisenzeiten jedoch nicht statt. Stattdessen werden – je nach Familiengröße – kleine oder große Lebensmittelpakete vorgepackt und bereitgestellt, um danach an die über 30 Empfänger mit dem Auto von Ehrenamtlichen ausgefahren zu werden. Alle anderen Ausgabestellen der Tafeln im Landkreis werden noch vor Ostern diesen Lieferservice durchführen können. Die Tafel in Feucht hatte bei der letzten „regulären“ Ausgabe ihre Kunden mit der doppelten Warenmenge eingedeckt, sodass auch dort kein Mangel herrschen wird. In der Woche nach Ostern wird der Bringdienst dann auch in Feucht gestartet.

Wer helfen möchte und kann, möge sich bitte melden!
Das WinWin Freiwilligenzentrum übernimmt die Koordination der Freiwilligen und bietet das nicht nur für die Tafeln an. Hierfür gibt es auf der Internetseite des Landratsamts die Corona-Freiwilligendatenbank. In diese können sich Menschen, die ehrenamtliche Hilfe leisten können und wollen, eintragen. Über 200 Personen haben dies schon getan. Dazu Stocker: „Mit diesem Pool decken wir Anfragen von Organisationen ab, die freiwillige Hilfe benötigen. Dazu gehören neben den Tafeln auch andere soziale Einrichtungen, die aufgrund der Corona-Krise in Personalnot geraten. Auch einzelne Anfragen von Senioren, die Hilfe brauchen, bearbeiten wir. Wir bleiben dabei stets in Kontakt mit allen örtlich bereits bestehenden Hilfsangeboten, mit Städten, Märkten, Gemeinden und Sozialverbänden. Wir unterscheiden außerdem genau, welche Hilfe ehrenamtlich, welche hauptamtlich geleistet werden muss und koordinieren dies intern im Landratsamt.“ Gesucht werden Helfer für Tätigkeiten wie Einkäufe, Fahrdienste oder Dolmetschen. Auch besonders belastete Einrichtungen wie Senioren- und Pflegeeinrichtungen freuen sich über Unterstützung.

Organisationen oder Einzelpersonen, die ehrenamtliche Hilfe benötigen, können ebenfalls in der Datenbank ihren Bedarf eintragen. „Wir gehen jedem einzelnen Eintrag nach“, so Stocker.

Die Corona Freiwilligen-Datenbank befindet sich auf der Internetseite des Landratsamtes https://landkreis.nuernberger-land.de/index.php?id=5845
Für die Koordination der Hilfsangebote und -gesuche hat das Freiwilligenzentrum auch eine vorläufige Hotline geschaltet: 09123 – 950 6888. Die Nummer ist Montag bis Donnerstag von acht bis 15 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr erreichbar.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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