Unbezahlbare Forderungen
UPDATE: Verdi kündigt neue Warnstreiks für Freitag und Samstag an

Verdi hat neue Warnstreiks im Nahverkehr angekündigt. | Foto: Stefan Puchner/dpa
  • Verdi hat neue Warnstreiks im Nahverkehr angekündigt.
  • Foto: Stefan Puchner/dpa
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
  • Die Tarifrunde für den öffentlichen Nahverkehr in Bayern scheint festgefahren
  • Die finanziell bedrängten Kommunen weisen die Forderungen der Gewerkschaft Verdi als unbezahlbar zurück

UPDATE:

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der VAG erneut zum Warnstreik aufgerufen. Dieser wird in erster Linie am Freitag, 20., und Samstag, 21. März,  jeweils ganztags Auswirkungen auf den Fahrbetrieb haben. 

Der Streikaufruf gilt bereits ab 18. März, 22.00 Uhr, für Beschäftigte der Buswerkstatt und endet am Sonntag, 22. März,  mit Betriebsbeginn gegen 4.00 Uhr. Derzeit laufen intern Abstimmungen, welche Auswirkungen das konkret haben wird.

VAG: "Aktuell gehen wir davon aus, dass wir sowohl am Mittwoch, 18.,  als auch Donnerstag, 19. März,  den Normalfahrplan anbieten können, also sowohl U-Bahnen, Straßenbahnen als auch Busse wie gewohnt verkehren. Zu größeren Einschränkungen kommt es dann aller Voraussicht nach am Freitag und am Samstag. Über weitere Details informieren wir Sie morgen im Laufe des Vormittags."

Probleme bis zum Wochenende

Am Donnerstag soll dann laut Verdi nicht nur in München, sondern auch in Augsburg, Regensburg, Bamberg, Bayreuth, Passau und Landshut gestreikt werden. Die Folgen für die Fahrgäste unterscheiden sich aber je nach Ort.

Im Laufe des Freitags legen zum Beispiel in Augsburg nur noch die Beschäftigten in den Werkstätten ihre Arbeit nieder, «um die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger möglichst gering zu halten», wie der örtliche Verdi-Verband mitteilte. Im Nahverkehr sind hier dann keine größeren Einschränkungen mehr zu erwarten. Auch in Regensburg und Bayreuth fahren die Busse und Bahnen ab Freitag wieder im Regelbetrieb.

In Mittelfranken, unter anderem in Nürnberg, wird also  vor allem am Freitag mit Einschränkungen zu rechnen sein. Dort beenden die Beschäftigten laut Verdi den Arbeitskampf erst zum Start des Wochenendes.

Besonders hart trifft es Passagiere in Passau: Sie müssen sich auf gleich drei Streiktage einstellen. Von Donnerstagfrüh bis zum Betriebsschluss am Samstagabend soll der Nahverkehr hier ruhen. Sonntagfrüh werde alles wieder normal fahren, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

++
Nürnberg (dpa/lby) - Die Gewerkschaft Verdi kündigt die nächsten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr an. Vor allem am Donnerstag sei bayernweit mit Streiks im Nahverkehr zu rechnen, «die leider auch wieder viele Fahrgäste treffen werden», teilte Verdi mit. Arbeitsniederlegungen soll es nach vorläufigem Stand in acht bayerischen Städten geben: München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Bayreuth, Passau und Landshut. Über Art und Dauer der Warnstreiks entscheiden die örtlichen Verdi-Gremien.

Einschränkungen in München schon am Dienstag möglich

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilte mit, dass Fahrgäste der U-Bahn schon am Dienstag mit Problemen rechnen müssten. Verdi habe dort Mitarbeiter der Leitstelle und im Fahrgastservice ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. «Es ist davon auszugehen, dass Bus und Tram den ganzen Tag über wie gewohnt fahren», hieß es seitens der MVG. «Auch die U-Bahn wird voraussichtlich den Betrieb am frühen Morgen aufnehmen, Einschränkungen im Laufe des Tages sind aber möglich.»

Wie lange gestreikt wird, steht noch nicht fest

Genauere Informationen soll es rechtzeitig über örtliche Pressemitteilungen geben. Klar ist jedoch, dass die Aktionen nicht auf den Donnerstag beschränkt bleiben sollen. «Darüber hinaus wird in verschiedenen Städten auch an weiteren Tagen zum Streik aufgerufen», heißt es in der Verdi-Mitteilung.

Die erneuten Arbeitsniederlegungen sollen in der laufenden Tarifrunde für den bayerischen Nahverkehr den Druck auf die Kommunen erhöhen. Am kommenden Montag (23. März) steht der nächste Verhandlungstermin mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) an, bei den bisherigen drei Gesprächen gab es keine Einigung.

Kommunen weisen Forderungen als unbezahlbar zurück

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen eine Lohnerhöhung um fast 670 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kommunen weisen das als unbezahlbar zurück.

Nach Berechnung der kommunalen Arbeitgeber würde eine Erfüllung der Verdi-Forderungen die Personalkosten im kommunalen Nahverkehr um 25 Prozent in die Höhe treiben. Viele Kommunen sind ohnehin finanziell in schwieriger Lage, auch die Verluste der Städte und Landkreise im öffentlichen Nahverkehr sind in den vergangenen Jahren deutschlandweit stark gestiegen.

Verdi besteht auf kräftigen Lohnerhöhungen

Verdi hingegen fordert angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten deutliche Verbesserungen sowohl beim Gehalt als auch den Arbeitsbedingungen. Ohne relevante Lohnerhöhungen könnten sich die Beschäftigten im ÖPNV das Leben bald nicht mehr leisten, hieß es in der Mitteilung der Gewerkschaft.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Sinan Öztürk kritisierte: «Allmählich drängt sich der Eindruck auf, dass sie erwarten, die Kolleginnen und Kollegen sollten den ÖPNV in diesem Jahr, im nächsten Jahr und vielleicht noch die nächsten zehn bis 15 Jahre aus eigener Tasche mitfinanzieren.»

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

Webseite von Nicole Fuchsbauer
Nicole Fuchsbauer auf Facebook
Nicole Fuchsbauer auf Instagram
Nicole Fuchsbauer auf X (vormals Twitter)

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

29 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.