Verleihung des Ludwig-Erhard-Preises

Als Festredner konnten die Veranstalter keinen geringeren als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gewinnen.
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Preisträger Stefan Hähnel von der Universität Bayreuth

REGION/FÜRTH (tom) – Jahr für Jahr wird in Fürth, der Geburtsstadt des „Vaters der sozialen Marktwirtschaft“, der Ludwig-Erhard-Preis verliehen. Mit dieser Auszeichnung sollen herausragende Dissertationen aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet werden, die die Grundgedanken Ludwig Erhards in unserer heutigen Zeit weiterführen.

Dass die drei jungen Wissenschaftler, die auf der Bühne des Fürther Stadttheaters ihre Arbeiten vorstellen durften, trotzdem nur eine Nebenrolle spielten, lag an der Person des Laudators. Keinen geringeren als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble konnte Evi Kurz, die Vorsitzende des Initiativkreises, für diese Aufgabe gewinnen. Schäuble, der in den siebziger Jahren an der Seite von Ludwig Erhard über die baden-württembergische Landesliste in den Bundestag eingezogen war, kam bei dieser Gelegenheit nicht umhin, zumindest kurz die Krise der EU nach dem britischen Referendum anzusprechen.
Ganz klar sei, dass man nicht mehr so weitermachen könne wie zuvor. Vielmehr müsse man „vertieft darüber nachdenken, wie wir künftig in der EU die richtigen Prinzipien durchsetzen können und uns auch alle daran halten.“ Immer mehr Menschen in Europa verstünden nicht mehr, was die Politik mache. So sei es wichtig, dass diejenigen, die Entscheidungen treffen, auch die Verantwortung für diese Entscheidungen tragen müssten. Mit Blick auf die Finanzkrise des Jahres 2007 machte Schäuble deutlich, dass es nicht angehe, die Vorteile und Chancen für sich selbst einzustreichen, die Risiken aber zu vergesellschaften.

Falsche staatliche Eingriffe

Ein Thema, mit dem sich auch die Dissertation des diesjährigen Ludwig-Erhard-Preisträgers beschäftigt. Stefan Hähnel von der Universität Bayreuth setzt sich in seiner Doktorarbeit mit der Finanzkrise auseinander und kommt zu dem Schluss, dass es sich hierbei nicht um ein Versagen der Märkte gehandelt habe. Vielmehr seien die Regulierungsmaßnahmen verantwortlich für die Krise gewesen. Mit den zu kurz greifenden staatlichen Eingriffen sei sogar schon die Basis für die nächste Krise gelegt worden.
Zum Schluss seiner Festrede widmete sich Schäuble dem Thema Globalisierung. Diese nachhaltig zu gestalten sei die vordringliche Aufgabe, der sich die Politik heute und in den nächsten Jahren stellen müsse. Dabei gelte es einerseits über eine maßvolle, nachhaltige Finanzpolitik die Bedingungen vor Ort auch für künftige Generationen zu verbessern. Andererseits müsse man aber auch in den Krisenregionen des Nahen Ostens und Afrikas „viel mehr investieren – wirtschaftlich und politisch“. Nur wenn sich Europa mehr den benachteiligten Staaten dieser Region widmen, könnten die „Konflikte beherrschbar bleiben“.

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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