Cybercrime Bayern
In 149 Fällen: 21-Jähriger ergaunert knapp 550.000 Euro von Bankkunden

Online-Kriminelle versuchen beim Phishing beispielsweise, ein Online-Bankkonto zu plündern. (Symbolbild) | Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Online-Kriminelle versuchen beim Phishing beispielsweise, ein Online-Bankkonto zu plündern. (Symbolbild)
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  • Ein heute 21-Jähriger aus Berlin soll Bankkunden in ganz Deutschland abgezockt haben. 
  • Nach dem Willen der Anklage soll der junge Mann dafür nun vor Gericht kommen.

Bamberg (dpa) - Ein Mann aus Berlin soll arglose Bankkunden aus ganz Deutschland um mehr als eine halbe Million Euro gebracht haben. Seit einem Jahr sitzt der 21-Jährige bereits in Untersuchungshaft - nun hat die in Bamberg ansässige Zentralstelle Cybercrime Bayern den Verdächtigen angeklagt. Es gehe unter anderem um 149 Fälle des gewerbsmäßigen Computerbetrugs, teilte die Behörde mit. Das Landgericht Bamberg muss jetzt entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt.

Der heute 21-Jährige soll sich seit Januar 2022 von Dritten ausgespähte Zugangsdaten zum Online-Banking zahlreicher Bankkunden verschafft haben. Der Schaden: Bargeld und Waren im Gesamtwert von knapp 550.000 Euro - widerrechtlich erlangt durch virtuelle Debitkarten auf von ihm kontrollierten Smartphones.

In weiteren 45 Fällen sollen entsprechende Bemühungen des Verdächtigen fehlgeschlagen sein. Zudem soll der junge Mann die Zugangsdaten zu weiteren 122 Online-Banking-Accounts für die spätere Nutzung bereitgehalten haben, die er zuvor über ein eigenes Phishing-Panel ausgespäht haben soll.

Festnahme liegt ein Jahr zurück

Der heute 21-Jährige war am 7. März 2024 in Berlin festgenommen worden und ist seitdem in U-Haft. Aufgrund seines Alters ist die Jugendkammer des Gerichts für den Fall zuständig - bei den Taten war der Verdächtige nach Behördenangaben mindestens 18 Jahre alt und gilt daher als Heranwachsender.

Phishing ist ein Kunstwort, das aus dem englischen Wort «fishing» (Angeln) abgeleitet ist. Beim Phishing versuchen Angreifer, mit manipulierten E-Mails, Webseiten oder Kurznachrichten ihre Opfer dazu zu bewegen, Daten preiszugeben, etwa die Login-Informationen zu ihrem E-Mail-Konto. Allgemeine Phishing-Angriffe werden oft von gewöhnlichen Online-Kriminellen durchgeführt, um unter anderem ein Online-Bankkonto plündern zu können.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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