Auch Schwabach und Landkreis Roth betroffen
Regionale Baubranche findet immer weniger Azubis!

Maurer ist ein eigentlich ein toller Job. Ob dieser junge Mann nach seiner Ausbildung auch noch so gut drauf ist, wenn er sieht, was vom Brottogehalt monatlich übrig bleibt?
  • Maurer ist ein eigentlich ein toller Job. Ob dieser junge Mann nach seiner Ausbildung auch noch so gut drauf ist, wenn er sieht, was vom Brottogehalt monatlich übrig bleibt?
  • Foto: auremar-stock.adobe.com (Symbolbild)
  • hochgeladen von Victor Schlampp

REGION (pm/vs) - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) schlägt Alarm: Immer weniger Jugendliche haben Interesse, sich in diesem Bereich ausbilden zu lassen. Auch die Stadt Schwabach und der Landkreis Roth sind betroffen.

Laut der aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur (Stand Ende Juli 2020) sind zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Schwabach 52 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt, im Landkreis Roth beträgt der Wert sogar rund 63 Prozent. In Zahlen ausgedrückt: 11 junge Leute in Schwabach und 68 im Landkreis Roth könnten noch im September eine Ausbildung beginnen, doch es fehlt an Interessenten.
Iris Santoro von der IG BAU Mittelfranken spricht von einem „Alarmsignal“. Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, dann gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. „Aber nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchs-Problem lösen“, ist die Gewerkschafterin überzeugt.
In der laufenden Tarifrunde fordert die IG BAU deshalb ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem soll die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten – auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt wird. „Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten“, so Santoro. Diese Unzufriedenheit spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider. Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU) bringt jeder dritte Azubi die Ausbildung nicht zu Ende.

Lohnt sich das Maurerhandwerk?

Der MarktSpiegel hat im Faktencheck einige Daten zusammengetragen:

• Abwechslungsreicher und interessanter Beruf, der bereits mit einem Hauptschulabschluss erlernt werden kann
• ordentliche Vergütung (brutto) bereits während der Ausbildung (1. Jahr 800 Euro, 2. Jahr 1.200 Euro, 2. Jahr 1.475 Euro). Zum Vergleich: In der Ausbildung Kauffrau/Kaufmann Einzelhandel wird die Mittlere Reife vorausgesetzt. Im ersten Ausbildungsjahr gibt es durchschnittlich 700 Euro, im zweiten 835 Euro sowie im dritten 960 Euro.
• geringes Einstiegsgehalt von rund 2.400 Euro brutto monatlich nach der Ausbildung
• ohne Meisterbrief kaum Karrierechancen; bei rund 3.000 Euro brutto im Monat ist tariflich aktuell die Höchstgrenze erreicht
• körperlich schwere Arbeit mit hoher Wahrscheinlichkeit, diesen Beruf nicht bis zur Rente ausüben zu können
• Wegen geringem Verdienst, hohen Policen bei einer etwaigen Berufsunfähigkeitsversicherung, wenig Möglichkeiten, privat für die Rente vorzusorgen, und einer hohen Wahrscheinlichkeit, nicht bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Renteneintritt arbeiten zu können, droht Altersarmut
• Wegen der nicht zentral liegenden Baustellen ist häufig ein eigenes Auto notwendig. Unterhaltskosten können hier einen nicht zu unterschätzenden Teil des Nettoeinkommens „auffressen“

Quelle für die Verdienstzahlen in der Ausbildung und im Beruf: www.ausbildung.de

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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