Traditionsbetrieb in Schieflage
Familienbrauerei meldet Insolvenz an
- Eine fränkische Brauerei stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. (Symbolbild)
- Foto: Carsten Rehder/dpa
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Altenkunstadt (dpa/lby/ak) – Eine der bekanntesten Familienbrauereien Oberfrankens steht vor einem tiefen Einschnitt. Die Brauerei Leikeim aus Altenkunstadt, seit 1887 in Familienhand, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Geschäftsführer Andreas Leikeim begründet den Schritt mit einem massiven Rückgang bei Absatz und Umsatz, der das Unternehmen in einen akuten Liquiditätsengpass geführt habe.
Die Lage der Branche ist seit Jahren angespannt. Der Bierkonsum sinkt kontinuierlich, während Rohstoffe, Energie und Logistik immer teurer werden. Dazu kommen die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die viele mittelständische Brauereien bis heute belasten. Auch Leikeim blieb davon nicht verschont.
Mit dem Verfahren in Eigenverwaltung will die Geschäftsführung den Betrieb gemeinsam mit einem Sachwalter sanieren, ohne die Kontrolle über das Unternehmen zu verlieren. Die Produktion läuft weiter, rund 100 Beschäftigte sind betroffen. Für sie bedeutet die Insolvenz vor allem Unsicherheit, auch wenn der Alltag in Sudhaus und Abfüllung zunächst unverändert weitergeht.
In den vergangenen Jahren hatte die Brauerei versucht gegenzusteuern. Sie baute das Exportgeschäft aus, investierte in alkoholfreie Sorten und straffte interne Abläufe, um Kosten zu senken. Doch all diese Maßnahmen konnten die strukturellen Belastungen nicht dauerhaft auffangen.
Leikeim gilt als feste Größe im oberfränkischen Bierland, verwurzelt am Stammsitz in Altenkunstadt und bekannt für eine breite Produktpalette. Nun werden im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens verschiedene Sanierungsoptionen geprüft, um den Traditionsbetrieb zu erhalten.
Der Druck auf die Branche bleibt hoch. Der rückläufige Bierkonsum und die steigenden Preise setzen vielen Brauereien zu – und machen deutlich, wie fragil selbst lange gewachsene Familienunternehmen geworden sind.
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