Handwerk schlägt Alarm
Damit müssen Kunden in den nächsten Monaten rechnen

Viele Handwerksbetriebe haben aktuell wenig Grund zum Optimismus. | Foto: auremar-stock.adobe.com (Symbolbild)
  • Viele Handwerksbetriebe haben aktuell wenig Grund zum Optimismus.
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Berlin (dpa) - Die Folgen des Iran-Kriegs treffen auch das Handwerk. Die Geschäftserwartungen trüben sich ein. Auch für Kunden könnte es negative Auswirkungen geben.

Die Konjunktur im Handwerk kommt zunehmend unter Druck. «Sinkende Umsätze, schrumpfende Auftragspolster und fallende Auslastung zeigen, dass die Nachfrage wegbricht», sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Presse-Agentur.

Im neuen Konjunkturbericht heißt es, der Iran-Krieg habe zu explodierenden Energiepreisen an den Rohstoffmärkten und angespannten Lieferketten geführt. «Hinter der Verfügbarkeit vieler Erzeugnisse und Materialien steht zumindest in den nächsten Monaten ein großes Fragezeichen.»

Beim ZDH hieß es, durch die unklare und ungelöste Lage am Persischen Golf sowie die noch nicht absehbare Dauer dieses Konflikts könne es zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von (Vor-)Produkten aus dieser Region führen, die auch für die handwerkliche Leistungserbringung in Deutschland entscheidend seien.

«In solchen Fällen ist mit Preisanpassungen, Verzögerungen bei der Ausführung und Wartezeiten bis zur Verfügbarkeit nicht anderweitig ersetzbarer Güter zu rechnen», heißt es. In welchem Umfang dieses alles eintreten werde, lasse sich gegenwärtig aber noch nicht sagen oder abschätzen.

Schlechtere Aussichten

Die Handwerksbetriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage spürbar schlechter als vor einem Jahr, wie aus dem Bericht hervorgeht. Auch die Erwartungen trüben sich demnach ein. Die Umsätze im Gesamthandwerk seien rückläufig, die Auftragspolster im Gesamthandwerk gingen erneut zurück.

Weiter heißt es: «Die im Winter ohnehin schwächere Nachfrage nach Beschäftigten im Handwerk wird weiter durch die anhaltende Konjunkturflaute verstärkt.» Hinzu komme eine demografische Entwicklung, die dazu führe, dass für viele offenen Stellen keine entsprechend qualifizierten Arbeitskräfte verfügbar seien.

«Die deutliche Eintrübung von Geschäftslage und Erwartungen ist mehr als ein Stimmungsbild, sie muss als Warnung verstanden werden», sagte Schwannecke. «Wenn Betriebe den Glauben an eine Verbesserung verlieren, wird aus Unsicherheit Investitions- und Einstellungszurückhaltung.»

Handwerk fordert Reformen

Die notwendigen und immer wieder verschobenen Reformvorhaben der Bundesregierung seien noch dringlicher geworden, so das Handwerk. Die Bundesregierung hat grundlegende Reformen bei Gesundheit, Pflege und Rente angekündigt mit dem Ziel, dass die Beiträge nicht aus dem Ruder laufen.

Das könnte innerhalb der schwarz-roten Koalition noch zu Konflikten führen - wie auch die Gegenfinanzierung von Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen. Wirtschaftsverbände beklagen seit langem eine im internationalen Vergleich hohe Steuer- und Abgabenlast, hohe Energiepreise sowie zu viel Bürokratie.-

«Externe Schocks legen schonungslos offen, wie verwundbar der Standort Deutschland geworden ist», so Schwannecke. «Ohne konsequenten Bürokratieabbau und spürbare Entlastungen bei Steuern und Abgaben droht eine Erosion der betrieblichen Substanz.» Es brauche wachstumsfördernde Impulse durch steuerliche Entlastungen, durch geringere Sozialabgaben, durch Investitionsanreize und eine Politik, die Nachfrage nicht weiter ausbremse.

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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