Steigende Risiken für Betriebe
Allianz Trade warnt vor mehr als 200.000 bedrohten Jobs

Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet dieses Jahr 24.650 Unternehmensinsolvenzen. (Archivbild) | Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
  • Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet dieses Jahr 24.650 Unternehmensinsolvenzen. (Archivbild)
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Hamburg (dpa/ak) – Der Kreditversicherer Allianz Trade rechnet in diesem Jahr mit deutlich mehr Unternehmensinsolvenzen in Deutschland – und mit spürbaren Folgen für den Arbeitsmarkt. Nach einer aktuellen Auswertung des Unternehmens könnten mehr als 200.000 Arbeitsplätze gefährdet sein. Die Zahl basiert auf einer Hochrechnung, die die Allianz‑Tochter in Paris und Hamburg für ihren internationalen Insolvenzbericht erstellt hat.

Milo Bogaerts, Deutschland‑Chef von Allianz Trade, verweist auf die Belastungen durch den Nahost‑Konflikt und den weiterhin schwelenden US‑Handelsstreit. Beides treffe die deutsche Wirtschaft spürbar. Für das laufende Jahr erwartet der Versicherer einen Anstieg der Insolvenzen um 2,4 Prozent auf 24.650 Fälle. Das wäre der höchste Wert seit 14 Jahren. Im vergangenen Jahr hatten die Amtsgerichte laut Statistischem Bundesamt 24.064 Unternehmenspleiten registriert – ein Plus von 10,3 Prozent.

Weltweit rechnet Allianz Trade sogar mit einem Zuwachs von sechs Prozent. Der Iran‑Krieg verschärfe den Druck auf energieintensive Branchen wie Transport, Chemie und Metall, sagte Firmenchefin Aylin Somersan Coqui. Diese Sektoren seien besonders anfällig für steigende Kosten und Lieferkettenprobleme.

Für 2027 stellt der Versicherer eine leichte Entspannung in Aussicht. Dann sollen die Insolvenzzahlen in Deutschland um zwei Prozent auf rund 24.150 Fälle zurückgehen. Allianz Trade geht davon aus, dass kriegsbedingte Belastungen nachlassen und konjunkturelle Maßnahmen wieder stärker greifen.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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