Maibaum-Diebe im Rampenlicht
BR begleitet bayerische Tradition mit eigener Doku-Serie
- Zum 1. Mai werden wieder überall in Bayern Maibäume aufgestellt. (Archivbild)
- Foto: Felix Hörhager/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Bayern (Britta Schultejans/dpa/ak) – Wenn in Bayern der April beginnt, wächst nicht nur die Vorfreude auf den 1. Mai – auch die Spannung steigt. Denn kaum ein Brauch ist so lebendig wie der Versuch, den Maibaum der Nachbargemeinde zu stehlen. Schwarz gekleidete Gruppen schleichen nachts über Höfe und Wiesen, stets auf der Suche nach einer Lücke in der Bewachung. Gelingt der Coup, droht dem bestohlenen Dorf weniger ein finanzieller Schaden als vielmehr jahrelanger Spott.
Der Bayerische Rundfunk hat diesen Stoff nun aufgegriffen. Ab diesem Freitag sind fünf Folgen der Serie „Maibaum Hunters“ in der ARD-Mediathek zu sehen, im BR-Fernsehen läuft sie am 30. April. Drei oberbayerische Teams treten darin gegeneinander an: Sie müssen ihren eigenen Baum schützen und gleichzeitig möglichst viele fremde erbeuten. „Was ist unser Sport? – Langholztransport“, lautet einer der Leitsprüche.
Die Einsätze werden von Influencern begleitet, die nächtliche Aktionen und Begegnungen mit den Burschenvereinen für ihre Kanäle festhalten. Moderatorin Julia Nageler, online als „Tschuggi“ bekannt, mischt dabei in einer traditionell männlich geprägten Szene mit. Ihr Team, die Unterföhringer Burschen, sorgte 2015 für Schlagzeilen, als es ihnen gelang, den Maibaum vom Münchner Viktualienmarkt zu entwenden – samt späterer Pressekonferenz zur Rückgabe.
Die Serie setzt allerdings nicht allein auf die Eigenheiten des Brauchs. Sie ergänzt den Wettbewerb um zusätzliche Spiele wie Bierkistenstapeln, was dem Format einen spielerischen Anstrich verleiht. Zu Beginn weist der BR darauf hin, dass einige Elemente für die Produktion angepasst wurden und die Vielfalt des Maibaum-Brauchs nicht vollständig abgebildet werden könne.
Der Maibaum selbst bleibt dennoch das Zentrum der Tradition. Seit Jahrhunderten wird er in Bayern und anderen Bundesländern als Symbol für Frühling und Fruchtbarkeit aufgestellt – mal als großer Dorfbaum, mal als kleineres Zeichen der Wertschätzung. Oft ist er kunstvoll dekoriert, manchmal dient er sogar als Liebesbeweis oder Rahmen für einen Heiratsantrag.
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