Auswirkung des Klimawandels
Sichtbar weniger Quellwasser für Kunreuth

Der 36 Meter tiefe Ziehbrunnen neben der Kirche hat kein Wasser mehr.
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  • Der 36 Meter tiefe Ziehbrunnen neben der Kirche hat kein Wasser mehr.
  • Foto: R. Rosenbauer
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KUNREUTH (rr) – Seit 40 Jahren beobachtet die Mikrometeorologie-Gruppe der Universität Bayreuth die klimatischen Veränderungen in der Region genau, zeigt Trends auf und macht Vorschläge, wie man auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren kann. Die Zahlen belegen, dass es in den Monaten April und September weniger regnet als früher. Laut Statistik fällt im Jahresmittel so viel Niederschlag wie vorher, doch dafür regnet es weniger und heftiger. Bei Starkregen kann ein Trinkwasserbehälter das wertvolle Nass nicht mehr auffangen, und das überschüssige Wasser versickert oder verdunstet.

In der Gemeinde Kunreuth können wir das gut beobachten. Seit über hundert Jahren versorgt die Schwabachquelle die Dörfer Kunreuth, Weingarts und Regensberg. Aus den monatlichen Daten des gemeindlichen Bauhofs geht hervor, dass das Wasser der Quelle in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich um 20 Prozent zurückgegangen ist.
Bürgermeister Ernst Strian hat diese Werte mit den Wetterdaten des Flughafens Nürnberg abgeglichen und festgestellt, dass sich die Aufzeichnungen entsprechen. Die fehlenden Niederschläge in den Trockenmonaten führen zum Rückgang des Quellwassers. Starkregen-Ereignisse können die Quelle aber nicht füllen, weil das Wasser zu schnell abfließt und nicht im Boden gespeichert werden kann.

Die Einwohner rund um Kunreuth müssen aber nicht befürchten, dass sie eines Tages plötzlich ohne Wasser dastehen könnten. Im Notfall gibt es noch eine Fernwasserleitung. „Wenn es eng wird, dann speisen wir aus der Leitenberggruppe zu“, erklärt der Bürgermeister. „An dieser Leitung hängt auch der Ortsteil Ermreus. Es ist schön, dass wir hier im Verbund arbeiten können, dennoch bleibt es unser Ziel, möglichst lange die Eigenständigkeit aufrecht erhalten zu können, weil wir finden, dass wir hier ein sehr gutes Wasser haben.“
Damit das so bleibt, muss sorgfältig mit dem kostbaren Nass umgegangen werden. Zum Beispiel könnten die Gärten auch über Zisternen bewässert oder Brunnen gegraben werden. Allerdings gibt es da ein Problem. Ernst Strian nennt als Beispiel den alten Ziehbrunnen neben der evangelischen Lukaskirche. Der ist rund 36 Meter tief und in den letzten fünf Jahren am Boden trocken gewesen. „Das Brunnenbohren ist bei uns sehr aufwändig, man muss sehr tief bohren“, erklärt er. „Das ist sehr kostenintensiv. Da wäre die Zisterne die günstigere und sinnvollere Lösung.“
Solche Zisternen müssten dann allerdings groß genug sein, um innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Regenwasser auffangen zu können. Ziel muss es deshalb sein, das Wasser möglichst lange an der Oberfläche und im Boden zu halten, damit es langsam in den Untergrund sickern kann, um zum Beispiel an der Schwabachquelle langsame Fließgeschwindigkeiten zu erreichen und sich der Wasserstock, aus dem sich die Quelle speist, wieder entsprechend auffüllen kann.

In nächster Zeit will die Gemeinde ihre Quelle genau beobachten, um das Mikroklima besser zu verstehen. Neben einer Überarbeitung der Quellfassung ist das wichtigste Ziel, Wasserverlust und vor allem auch Wasserverschwendung weitmöglichst zu reduzieren.

Der 36 Meter tiefe Ziehbrunnen neben der Kirche hat kein Wasser mehr.
Der 36 Meter tiefe Ziehbrunnen neben der Kirche hat kein Wasser mehr.
Autor:

Roland Rosenbauer aus Forchheim

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