Wort zum Sonntag "Lätare" in Zeiten von Corona
Nicht Corona hat das letzte Wort, sondern das Leben.

https://www.kirchevach.de

Wort zum Sonntag „Lätare“ (22. 03 2020)

Liebe Gemeinde, vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir.

In Zeiten der Unsicherheit und Angst vor einer Infektion durch das Corona-Virus spüre ich die Sehnsucht nach Sicherheit und Trost durch den christlichen Glauben. Vor allem in den öffentlichen Gottesdiensten am Sonntagmorgen erfahre ich Stärkung und den Beistand Gottes im Glauben. Dort erlebe ich christliche Gemeinschaft. Gerade in schweren Zeiten brauche ich die Nähe Gottes und den Zuspruch seines Trostes wie auch das Gefühl der Verbundenheit untereinander als Schwestern und Brüder.

Dies ist im Jahr 2020 alles anders.

Nun entfallen ersatzlos die Gottesdienste in unserer schönen, 960 Jahre alten Sankt Matthäus Kirche in Vach. Wir verzichten auf Begegnungen wegen der Ansteckungsgefahr. Das fällt uns allen nicht leicht, zumal das gemeinsame Feiern eines Gottesdienstes mit Gebeten, mit dem Singen von Liedern und dem Empfang des Heiligen Abendmahls zum Kern eines gelebten Glaubens unabdingbar mit dazugehört. Wir spüren zunehmend die schwerwiegenden Auswirkungen durch die Einschränkung der Sozialkontakte durch das Zuhausebleiben. Corona fragt uns: Was ist in unserem Leben unbedingt wichtig?

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir leiden alle unter der aktuellen Situation. Doch nehmen wir die Sache wirklich ernst? Wir wünschen uns Gottes Kraft und Hilfe. Kreativität ist gefragt! Füreinander da zu sein. Eine neue Möglichkeit miteinander in Kontakt zu kommen bietet jetzt das Internet.

Wir befinden uns tatsächlich in einer Passionszeit, in der Verunsicherung und Angst zu spüren ist. Ich möchte Sie heute auf einen überraschenden Aspekt des Kirchenjahres aufmerksam machen. Der heutige Sonntag trägt den Namen „Lätare“. D.h. auf Deutsch: Freut euch! Gott will mitten in der Passionszeit unser Erstarren auf die Negativmeldungen der Medien aufbrechen und unseren Blick jetzt schon auf Ostern richten. Denn wir haben Grund zur Freude. Aus Jesu Tod kommt Leben für uns alle. Deshalb heißt dieser Sonntag auch „Klein-Ostern“. Ostern ist für die Christenheit der entscheidende Wendepunkt. Nicht Corona hat das letzte Wort, sondern das Leben. Der auferstandene Christus sagt uns in aller Bedrängnis zu: Fürchtet euch nicht! (Mt 28,5). Das will uns neue Hoffnung und Zuversicht schenken. Und so freue ich mich auf den ersten gemeinsamen Gottesdienst nach Corona.

In Christus verbunden.

Bleiben Sie behütet an Leib und Seele. Gott segne Sie!

Ihr Markus Pöllinger,

Pfarrer von St. Matthäus Vach
www.kirchevach.de

„Freut euch – allem Leiden zum Trotz!“ Mitten in der Passionszeit erklingt dieser Ruf am Sonntag Lätare Freuen – warum? Weil schon im Sterben das Leben inbegriffen ist.

Dazu passend die Kunst der Orgelimprovisation von Torsten Laux zu EG 397: Jesu meine Freude.
https://www.youtube.com/watch?v=Giw71xbCQbw&list=OLAK5uy_ntaUauVUq1EJdEHy_q16pohGsILFQRG6A&index=8

Autor:

Markus Pöllinger aus Fürth

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