Erste Altdorfer Friedenstafel im Rahmen der Wallenstein-Festspiele

Im Rahmen der Wallenstein-Festspiele 2018 lud die Landsknechtsgruppe 'Zeh' zur ersten Altdorfer Friedenstafel ein. Der Initiator Armin Winkelmann setzte damit ein Zeichen anläßlich 400 Jahre Ausbruch des 30jährigen Krieges.

Mit dem Grundgedanken zur Friedenstafel sollte verdeutlicht werden, dass ein Frieden das oberste Maß aller Dinge ist bzw. sein sollte. Das es wichtig ist, ein gemeinsames und friedvolles Miteinander zu leben. Gerade oder erst recht in der heutigen Zeit. Über Grenzen und Länder hinweg, abseits politischer Interessen und ungeachtet persönlicher Vorteile oder materieller Werte. Gleichzeitig mit der Erkenntnis, dass es trotz der eigenen Geschichte möglich ist der Gegenwart und Zukunft lebensfroh zu begegnen.

Wer der Friedenstafel seine Aufmerksamkeit schenkte konnte feststellen, dass es den Teilnehmern gelungen war eine Brücke in dieser Richtung zu bauen.

"16 Jahre der Verwüstung, des Raubs, des Elends sind dahin geflohn, und keine Friedenshoffnung strahlt von fern. Ein Tummelplatz von Waffen ist das Reich! Verödet sind die Städte." So beschreibt es der Rittmeister Neumann im Prolog zur Aufführung der Wallenstein-Triologie nach Friedrich Schiller.

Der 30jährige Krieg, der einst im heutigen Europa wütete und seine Feldlager in Protestanten und Katholiken teilte, hat in der Geschichte deutliche Spuren hinterlassen. Dieser Geschichte stellt sich alle drei Jahre der Altdorfer Wallenstein-Festspielverein, wenn sich Festspiel-Inszenierungen und mittelalterliches Lagerleben dann um den einstigen Studenten drehen, dem Junker Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein und späteren Feldherrn Wallenstein.

Am Marktplatz der Stadt Altdorf und im historischen Hof der einstigen hohen Universität Altdorfinas wird die Vergangenheit dann nicht nur für jüngere Generationen anschaulich wiederbelebt. Bei dieser Zeitreise finden sich dabei auch die Wirren des damaligen Krieges wieder. Für manchen Zeitgeist wird dies gerne als Basis genommen um die Wallenstein-Festspiele in Altdorf auf eine Stufe mit kriegerischen Handlungen zu stellen.

Die erste Altdorfer Friedenstafel stellte klar, dass es kein Krieg verdient verherrlicht zu werden. Noch weniger, dass den gewandeten Akteuren der Altdorfer Wallenstein-Festspiele an Krieg gelegen ist. Dabei wurde ins Bewußtsein gerufen, dass es um 1628 kein leichtes Leben war, dass das eigene Überleben bestimmt war im Kampf um das tägliche Brot und gegen Krankheiten. Die Friedenstafel verkörperte die Gesinnung, der Friede sei das höchste Gut - das es zu verteidigen gilt.

Der Gastgeber sprach dies auch dem Dramatiker Friedrich Schiller zu, der Dank seiner Feder dazu beigetragen hat, dass mit den Mitteln des Theaters ein weiterer Teil zum Frieden mahnen kann. Unterstrichen wurde der Wunsch auf Frieden durch die Festspielgruppe der Holkschen Horde, indem deren Vertreter jeweils mit einer weißen Blume (Margerite) zur Friedenstafel kamen.

Weitere Abordnungen fanden sich unter anderem aus den Festspielgruppen wilde Landsknechte, Zeh-Landsknechte und Musketiere ein, sowie die Darsteller des Altbürgermeisters Böheim, der Wirt zum Roten Ochsen und der kaiserliche Hauptmann Kunz von Schreckenstein. Der Einladung zur Friedenstafel folgte man natürlich mit besten Absichten, weshalb sich selbstverständlich niemand unter Waffen an den Tisch setzte.

Mit erhobenen Bechern wurde der Gedanke zur Friedenstafel gewürdigt, ehe man sich zuprostete und bei sommerlichen Wetter einen kühlen Schluck auf den Westfälischen Frieden nahm. Im nächsten Festspieljahr soll die Friedenstafel als festes Ereignis eine Wiederholung erfahren. Dann vielleicht nicht nur im kleinen Kreise gewandeter Wallensteiner....

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