Wegen WM in Katar
Enger Terminplan beschert viel Fußball

Ab dem 14. November sind die Bundesligen wegen der Fußball-WM in Katar über zwei Monate unterbrochen. Symbolfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
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Von Jan Mies, dpa
BERLIN (dpa) - Eigentlich müssten die Nationalspieler ihre Reisekoffer gar nicht mehr auspacken. In der am Freitag beginnenden, Bundesligasaison jagt ein Spiel das nächste - ehe die umstrittene Fußball-WM in Katar für eine Pause sorgt, die Vereine und Spieler vor neue Herausforderungen stellt.

"Die WM-Vergabe nach Katar war nicht die größte Glanzleistung. Nun müssen wir aber das Beste draus machen", sagte DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke der Deutschen Presse-Agentur und schränkte ein, was - je nach Fanzugehörigkeit - Hoffnung oder Befürchtung ist: Die "Machtverhältnisse" werden "keine anderen sein, wenn es dann im Januar wieder losgeht".

Über zwei Monate Pause

Ab dem 14. November werden die Bundesligen wegen der WM-Endrunde für über zwei Monate unterbrochen. Bis dahin sollen 15 Spieltage absolviert und die Gruppenphasen der Europapokal-Wettbewerbe mit jeweils sechs Partien abgeschlossen sein. Zudem stehen die zweite Runde des DFB-Pokals und ein Länderspielfenster im Rahmenterminkalender. Englische Wochen werden zur Gewohnheit.

"Ab September wird es schon knackig", sagte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann, dessen deutsche Nationalspieler auf 25 Spiele kommen könnten. Aufgrund der engen Taktung seien "Verletzungen in diesem Jahr doppelt und dreifach schlimm". RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco warnte davor, "dass wir das Rad nicht überdrehen". Die Belastung der Top-Spieler sei "mittlerweile grenzwertig".

Die Nationaltrainer wie Hansi Flick werden stark hoffen, dass ihre Starspieler gut durchkommen bis zur WM, die eigentlich das überstrahlende Highlight sein soll, aber wegen der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter im Ausrichterland weiterhin höchst kritisch gesehen wird. Drohende Corona-Wellen ab dem Herbst scheinen in die Terminkalender nicht eingerechnet. Zudem bleiben die Energiekrise und deren Auswirkungen große Unbekannte für die kommenden Wochen, während derer die Bundesliga-Manager ihre Winterpausen-Pläne finalisieren müssen.

Mini-Turniere als Überbrückung?

"Bei den Tagungen innerhalb der Liga gab es schon mehrere Gedankengänge", sagte der Wolfsburger Sportdirektor Marcel Schäfer in einer dpa-Umfrage. Es gebe "unterschiedliche Ansätze: Spielt man ein Turnier? Wann macht man frei - sofort nach dem letzten Bundesliga-Spiel oder trainiert man erstmal weiter?" Bei einigen Clubs wird über Werbereisen in die USA und Asien gesprochen. Dann ohne die prominenten Nationalspieler, die zur WM aufbrechen. Testspiele untereinander, während auf den Weihnachtsmärkten erste Spiele aus Katar übertragen werden, sind denkbar.

"Es ist sicher nicht ideal für den Ligabetrieb, im Winter eine derart lange Unterbrechung zu haben", sagte Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic. "Das gab es in der Form noch nie und stellt alle Vereine vor eine große Herausforderung." Längere Winterpausen gab es in der Bundesliga-Historie zwar bereits - aber nie mit einem WM-Turnier zwischendrin. "Die WM-Pause ist mit der Sommervorbereitung nicht zu vergleichen, da man die Spannung im laufenden Wettbewerb hochhalten muss. Wir werden kreativ sein müssen", sagte Bochums Trainer Thomas Reis.

Zwei Wochen nach dem WM-Finale (18. Dezember) beginnt am 1. Januar wie gewohnt die Winter-Transferperiode. Normalerweise halten sich die Ausgaben der europäischen Vereine im Vergleich zum Sommer in Grenzen - das WM-Schaulaufen könnte auch das ändern. Der 16. Bundesliga-Spieltag ist das Wochenende vom 20. bis zum 22. Januar 2023 terminiert, der 17. Spieltag soll zwei Tage später stattfinden. "Die Auswirkungen werden nicht so gravierend sein, wie man vielleicht glaubt. Ob du jetzt am 15. November oder 15. Dezember die Hinrunde beschließt, es geht am Ende um vier Wochen", sagte Watzke.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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