Gaffer setzen Kleinkinder Gefahr aus
200 Kräfte im Einsatz: Großbrand in der Wiesenschule in Nürnberg!
- Großbrand in der Wiesenschule in Nürnberg.
- Foto: Sanitätseinsatzleitung / Nürnberger Hilfsorganisationen
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
- Grundschule Wiesenstraße: schwere Schäden an Turnhalle nach Brand
NÜRNBERG (pm/nf) – Am gestrigen Freitag, 22. Mai, ist der Dachstuhl der Turnhalle der Grundschule Wiesenstraße trotz umgehend eingeleiteter umfangreicher Löscharbeiten abgebrannt und teilweise eingestürzt. Die Turnhalle ist nicht mehr benutzbar. Betroffen von dem Feuer waren auch weitere von der Schule genutzte Räume, jedoch nicht der Klassenzimmertrakt.
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Das Hauptgebäude mit den Unterrichtsräumen der Schule sowie dem Hort ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht beschädigt. Für einen Großteil der rund 200 Kräfte ist der Einsatz seit circa 4 Uhr morgens beendet. Die Feuerwehr ist nach wie vor für Nachlöscharbeiten vor Ort, die voraussichtlich noch bis in den Nachmittag andauern werden.
Der für die Feuerwehr zuständige Bürgermeister Dr. Nasser Ahmed sagt über den Brand: „Der Großbrand und der Dacheinsturz gestern Abend machen mich sehr betroffen. Ich danke unserer Feuerwehr und den vielen weiteren Einsatzkräften, die ein Übergreifen auf weitere Gebäude verhindern konnten.“
- Großbrand in der Wiesenschule in Nürnberg.
- Foto: Sanitätseinsatzleitung / Nürnberger Hilfsorganisationen
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Bildungsreferentin Cornelia Trinkl: „Auch mein Dank gilt den vielen Einsatzkräften vor Ort die ganze Nacht hindurch sowie dem städtischen und staatlichen Schulamt. Die Schulverwaltung arbeitet bereits intensiv an Lösungen vor allem für den Sportbetrieb der 460 Schülerinnen und Schüler nach den Pfingstferien. Wir gehen derzeit davon aus, dass der Unterricht im Klassenzimmertrakt normal stattfinden kann. Wichtig ist für die betroffenen Familien, dass sie in den nächsten Tagen über die Schule weitere Informationen zum Schulbetrieb nach den Pfingstferien erhalten.“
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- Foto: Sanitätseinsatzleitung / Nürnberger Hilfsorganisationen
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Die Integrierte Leitstelle Nürnberg alarmierte die Berufsfeuerwehr Nürnberg am gestrigen Abend um 19.34 Uhr. Bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte war eine starke Rauchentwicklung aus dem Dach der Turnhalle wahrnehmbar, weshalb die Einsatzleiterin weitere Kräfte anforderte.
Die Einsatzkräfte vor Ort leiteten umgehend Löschmaßnahmen ein, um den Brand zu bekämpfen und eine Ausbreitung auf weitere Gebäude zu verhindern. Die Löscharbeiten gestalteten sich jedoch schwierig: Aufgrund der Bauweise der Turnhalle und der örtlichen Gegebenheiten – insbesondere der Oberleitungen der Straßenbahn in der Landgrabenstraße – fanden die Löscharbeiten unter erschwerten Bedingungen statt. Trotz aller Maßnahmen breitete sich das Feuer im Inneren des Gebäudes auf den gesamten Dachstuhl aus, der schließlich einstürzte.
Im Verlauf des Einsatzes wurden zahlreiche weitere Einheiten der Berufsfeuerwehr sowie mehrere Freiwillige Feuerwehren Nürnbergs alarmiert. In Summe waren von der Feuerwehr, vom Rettungsdienst, dem Technischen Hilfswerk sowie der Polizei rund 200 Kräfte im Einsatz.
Appell der Nürnberger Hilfsorganistionen
Nach der Brandnacht in Nürnberg-Steinbühl richten die Nürnberger Hilfsorganisationen einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung: Rauchgase sind gefährlich und dürfen nicht unterschätzt werden. Der Einsatz hat gezeigt, wie schnell sich Rauch in Straßenzüge und Wohngebäude ausbreiten kann. Gleichzeitig warnen die Einsatzkräfte davor, Einsatzstellen aus Neugier aufzusuchen und sich selbst, die eigenen Kinder oder andere unnötig in Gefahr zu bringen.
Der Einsatzleiter der Hilfsorganisationen, Michael Seitz, betont am Tag nach der Brandnacht wörtlich: „Wir hatten aufgrund der massiven Rauchentwicklung zunächst mit deutlich mehr Betroffenen gerechnet. Der Rauch hat sich in die Straßen ausgebreitet, und uns wurde unter anderem gemeldet, dass Rauch in eine Wohnung gezogen war. Deshalb haben wir eine Betreuungsstelle eingerichtet und vorsorglich eine ganze Menge Mittel bereitgestellt, um auf mögliche Verletzte oder betroffene Anwohnerinnen und Anwohner vorbereitet zu sein."
Seitz weiter: "Aus rettungsdienstlicher und medizinischer Sicht ist die Lage glücklicherweise deutlich glimpflicher verlaufen als befürchtet. Wir mussten keine größere Zahl an Passanten oder Anwohnern versorgen, die durch die Rauchschwaden verletzt wurden. Nach unserem Kenntnisstand gab es einen leicht verletzten Kollegen der Feuerwehr mit einer Handverletzung. Drei Menschen mussten ihr Haus wegen der Rauchentwicklung vorübergehend verlassen, konnten später aber wieder zurück. Für uns als Hilfsorganisationen stand in der Nacht vor allem im Mittelpunkt, die Löscharbeiten medizinisch abzusichern und bei Bedarf Betreuung und Unterkunft bereitzustellen. Zeitweise mussten auch zahlreiche Feuerwehrkräfte, unter anderem Atemschutzgeräteträger, abgesichert und versorgt werden. Nachdem sich die Lage stabilisiert hatte, konnten wir den Einsatz schrittweise zurückfahren. Gegen kurz nach Mitternacht wurde die Sanitätseinsatzleitung beendet und der Einsatz deutlich reduziert; im weiteren Verlauf blieben noch ein Arzt und zwei Rettungswagen zur Absicherung vor Ort."
Gaffer bringen Kleinkinder mit an die Einsatzstelle
"Was mich weiterhin sehr beschäftigt, ist das Verhalten vieler Schaulustiger. Menschen sind teilweise mit kleinen Kindern an die Einsatzstelle gekommen und standen im Rauch. Das ist extrem gefährlich und für mich völlig unverständlich. Rauchgase sind gesundheitsschädlich – auch dann, wenn man die Gefahr nicht sofort sieht oder spürt. Ich kann deshalb nur eindringlich appellieren: Meiden Sie Einsatzstellen. Gehen Sie nicht aus Neugier oder Sensationslust dorthin. Halten Sie Abstand, halten Sie Zufahrtswege frei und bringen Sie sich, Ihre Kinder und die Einsatzkräfte nicht unnötig in Gefahr", so Seitz weiter.
Während der Löscharbeiten musste der Straßenbahnbetrieb zeitweise eingestellt werden. Inzwischen läuft er wieder. In der Landgrabenstraße musste eine Fahrspur gesperrt werden. Diese muss bis auf Weiteres gesperrt bleiben.
Die Ursache für den Brand ist bislang unklar, die Kriminalpolizei nimmt die Ermittlungen auf.
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