Spielwarenmesse mit neuen Schwerpunkten
KI, Kreativität und erwachsene Zielgruppen im Mittelpunkt
- Erwachsene können sich Spielzeuge leisten, von denen sie als Kind nur träumen konnten. (Archivbild)
- Foto: Daniel Karmann/dpa
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NÜRNBERG (dpa/lby/ak) – Nürnberg bereitet sich auf eine besondere Ausgabe der Spielwarenmesse vor. Zum 75. Jubiläum rückt die weltgrößte Branchenveranstaltung Themen in den Vordergrund, die weit über das klassische Kinderzimmer hinausreichen. Vom 27. bis 31. Januar präsentieren rund 2.300 Aussteller aus fast 70 Ländern ihre Neuheiten – und die zeigen deutlich, wie sehr sich der Markt verändert.
Schon seit zwei Jahren richtet sich der Blick verstärkt auf die sogenannten Kidults, also Menschen ab etwa zwölf Jahren, die dem traditionellen Spielalter längst entwachsen sind, aber weiterhin Freude an Brettspielen, Modellen oder Sammelfiguren haben. Für den Handel ist diese Gruppe attraktiv, weil sie meist über mehr Kaufkraft verfügt. Zahlen des Marktforschungsinstituts Circana belegen, wie stark dieser Bereich inzwischen gewachsen ist. In den USA gaben Verbraucherinnen und Verbraucher ab zwölf Jahren zwischen Oktober 2024 und September 2025 rund 13,4 Milliarden US‑Dollar für Spielwaren aus, ein Plus von zwölf Prozent. In den fünf größten europäischen Märkten stiegen die Ausgaben im gleichen Zeitraum um 14 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Damit entfällt in beiden Regionen inzwischen fast ein Drittel des gesamten Spielwarenmarkts auf diese Altersgruppe.
- Auch aus Sammelleidenschaft interessieren sich Erwachsene für Spielzeug. (Archivbild)
- Foto: Daniel Karmann/dpa
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Ein weiterer Schwerpunkt der Messe liegt in diesem Jahr auf Spielzeugen, die mit Künstlicher Intelligenz arbeiten. Lernfähige Roboter, sprechende Figuren oder digitale Lernsysteme sollen Kinder im Alltag begleiten und ihnen neue Wege des spielerischen Lernens eröffnen. Die Veranstalter sehen darin einen Trend, der die Branche langfristig prägen könnte.
Gleichzeitig wächst das Interesse an kreativen und handwerklichen Beschäftigungen. Angebote wie Töpfern, Filzen oder Malen erleben eine Renaissance – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen, die darin einen Ausgleich zum digitalen Alltag finden. Die Messe zeigt damit, wie breit das Spektrum moderner Spielwelten geworden ist und wie unterschiedlich die Bedürfnisse der Menschen sind, die heute spielen.
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