Es geht um barrierefreies Reisen
SPD-Stadtratsfraktion will Tourismus für alle in Nürnberg

Die  für die Kulturhauptstadtbewerbung gewählten Claims „Embracing Humanity“, „Exploring Reality“ und „Evolving Community“ legen nahe, dass Nürnberg eine Stadt für alle sein sollte.
  • Die für die Kulturhauptstadtbewerbung gewählten Claims „Embracing Humanity“, „Exploring Reality“ und „Evolving Community“ legen nahe, dass Nürnberg eine Stadt für alle sein sollte.
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NÜRNBERG (pm/nf) - SPD-Stadträtin Yasemin Yilmaz und der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Fabian Meissner wollen die barrierefreien Angebote für Touristen in Nürnberg stärken. Deshalb fordern sie die Verwaltung der Stadt und die Congress- und Tourismuszentrale auf, die Nürnberger Infrastruktur für barrierefreies Reisen und Transparenz des vorhandenen Angebots zu fördern.

„Wie wichtig der Tourismus für Nürnbergs Wirtschaft ist, zeigt nicht zuletzt die Studie Wirtschaftsfaktor Tourismus, die im letzten Jahr vorgestellt wurde,“ bestärkt SPD-Stadträtin und Vorstandsmitglied der Congress- und Tourismuszentrale (CTZ) Dr. Daniela Hüttinger ihre Kollegen: „Wir haben in den letzten Jahren eine gute Steigerung der Übernachtungszahlen erreicht, andererseits sind sehr viele neue große Hotels dazugekommen.“ Dieses große Angebot an Hotelbetten sei positiv für den Standort Nürnberg im Bereich Messe- und Städtetourismus. Die Quantität dürfe aber nicht der Qualität schaden, so Hüttinger. Insofern sei es wichtig, das vorhandene Angebot der Hotels differenziert und transparent zu kommunizieren, so dass alle Potentiale sowohl auf der Nachfrage- als auch Angebotsseite gehoben werden könnten. Je mehr Menschen potentiell am touristischen Angebot der Stadt teilhaben könnten, umso mehr würde der Tourismus in der Stadt zusätzlich gestärkt werden, ist sich Hüttinger sicher. Die SPD-Stadtratsfraktion verweist dazu auf die Broschüre „Tourismus für Alle“, die von der „Bayern Tourismus Marketing GmbH“ herausgegeben wurde.

Doch nicht nur aus diesen Gründen soll nach Meinung der SPD-Stadträte und
-Stadträtinnen mehr Barrierefreiheit im touristischem Angebot sowie in der städtischen Infrastruktur Ziel der Nürnberger Stadtpolitik sein. Neben dem allgemeinen Ziel, das nicht zuletzt in der in Deutschland ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention begründet ist, legen auch die für die Kulturhauptstadtbewerbung gewählten Claims „Embracing Humanity“, „Exploring Reality“ und „Evolving Community“ nahe, dass Nürnberg eine Stadt für alle sein soll. „Aus diesem Grund scheint es nur logisch, hinter einem Tourismus für Alle in Nürnberg zu stehen“, betont Yasemin Yilmaz. Das Problem in Nürnberg sehen Hüttinger, Yilmaz und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Fabian Meissner nicht darin, dass die Barrierefreiheit in den Hotels und in der Gastronomie nicht vorhanden sei: „Die Angebote sind da,“ sagt auch Hüttinger, „nur werden sie nicht effizient und weitreichend kommuniziert, weil es keine geeigneten Plattformen zur Kommunikation gibt.“

Yasemin Yilmaz und Fabian Meissner fordern deshalb die Verwaltung auf, den Ansatz „Reisen für alle“ zu verfolgen, ein Gütesiegel, welches durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Unter diesem Namen können sich touristische Angebote und Orte zertifizieren lassen, wobei ein umfassendes Informationsbündel erhoben wird. „Es ist nutzbar für alle Reisenden, gleich ob Menschen mit Behinderung, Familien oder vielbepackte Reisende“, erklärt Fabian Meissner und fügt hinzu: „Das Siegel arbeitet nicht mit pauschalierenden DIN-Normen, sondern macht die individuell relevante Information leicht zugänglich!“ Yilmaz ergänzt: „Während es auf den gängigen Hotelplattformen schwierig ist, unkompliziert und selbstbestimmt eine Auswahl zu treffen und zu buchen, scheint das Siegel „Reisen für alle“ die jeweilige Information verlässlich und differenziert darstellbar zu machen!“

„Wenn wir auf dieses Siegel setzen und es in Nürnberg bekannt und nutzbar machen, könnten Hotels, Gastronomie und Co. in puncto besonderer Bedarfe gestärkt und in jedem Falle sprachfähig gemacht werden“, ist sich auch Stadträtin Hüttinger sicher, die selbst ein Hotel führt. Jeder könne sich zertifizieren lassen, auch wenn er nur wenige oder keine Angebote bereithalte. Somit falle kein Betrieb aus dem Angebotsraster, aber die ganze Stadt gewinne an transparenter Angebotsvermittlung.

Meissner und Yilmaz fordern deshalb die Verwaltung und die CTZ auf, einen Überblick über Ansätze und Infrastruktur des barrierefreien Tourismus in Nürnberg im entsprechenden Ausschuss zu geben und zu berichten, inwiefern das Thema Reisen mit Behinderung im Zuge der Kulturhauptstadtbewerbung aufgegriffen werden sollte, und ob es bereits einen Handlungsansatz hinsichtlich 2025 gebe. Außerdem solle die CTZ über so vielversprechende Ansätze wie das Label “Reisen für alle“ und deren Bedeutung für die (Weiter-)Entwicklung eines barrierefreien Tourismus in Nürnberg berichten.

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