Instandsetzung von 17 Grüften & Epithaphien
St. Johannisfriedhof: Einzigartiges Wahrzeichen unter freiem Himmel
- Ministerpräsident Dr. Markus Söder (4.v.l.), Kunstminister Markus Blume (3. v.l.) und Oberbürgermeister Marcus König (2.v.l.) bei der Übergabe der Förderzusage.
- Foto: © Axel König
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
- Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Kunstminister Markus Blume übereichen Förderzusage für Sanierung des mittelfränkischen Baudenkmals
- St. Johannisfriedhof gehört zu den bedeutendsten historischen Friedhofsanlagen Europas
NÜRNBERG (pm/nf) – Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Kunstminister Markus Blume haben zusammen mit dem Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König die Förderzusage in Höhe von 200.000 Euro aus dem Entschädigungsfonds für die Instandsetzung von 17 Grüften und Epitaphien am St. Johannisfriedhof in Nürnberg an die Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern sowie Vertreter der Friedhofsgemeinschaft übergeben.
Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Gerade Orte wie der St. Johannisfriedhof in Nürnberg zeigen, wie viel Geschichte, Kultur und Identität in Bayern stecken. Der Entschädigungsfonds von Freistaat und Kommunen ist dabei ein starkes und bewährtes Instrument, um bedeutende Sanierungen möglich zu machen und wertvolle Denkmäler dauerhaft zu erhalten.“
Kunstminister Markus Blume: „Einzigartiges Wahrzeichen unter freiem Himmel. Der St. Johannisfriedhof gehört zu den bedeutendsten historischen Friedhofsanlagen Europas. Hier ruhen nicht nur große Persönlichkeiten wie Albrecht Dürer – hier lebt auch eine einzigartige Begräbniskultur fort. Die Nürnberger Epitaphienkultur mit ihren kunstvollen Bronze- und Messingarbeiten wurde daher als immaterielles Kulturerbe anerkannt.“
Oberbürgermeister Marcus König: „Der St. Johannisfriedhof ist ein wertvolles Zeugnis Nürnberger Stadtgeschichte und einer einzigartigen Sepulkralkultur. Dieses Gesamtdenkmal zu erhalten, ist eine große Aufgabe. Ich danke dem Freistaat für die Unterstützung bei der Restaurierung 17 sanierungsbedürftiger Gruften und Epitaphien.“
Einer der größten historischen Friedhofsanlagen Nürnbergs
Der Johannisfriedhof ist neben dem Rochusfriedhof einer der beiden größten historischen Friedhofsanlagen Nürnbergs. Diese beiden Friedhöfe waren über Jahrhunderte die Hauptbestattungsplätze der Nürnberger Bevölkerung. Bestattet sind zahlreiche bedeutende historische Persönlichkeiten, u. a. Albrecht Dürer. Die Friedhöfe zeichnen sich vor allem durch die Gestaltung der Gräber aus: liegende Sandsteine, geschmückt von Epitaphien aus Bronze oder Messing, die z. T. bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen. Die Nürnberger Epitaphienkultur wurde 2018 in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Großteils handelt es sich nicht um Bestattungen im Erdreich, sondern um unterirdische gemauerte Grüfte, auf den Gruftkränzen liegen die Grabsteine auf.
Der Schwerpunkt der Sanierung liegt auf einer statischen Instandsetzung von 17 unterirdischen Grüften sowie auf einer Restauration und Konservierung von Epitaphien. Eigentümer des Baudenkmals ist der Evang.-Luth. Friedhofsverband Nürnberg St. Johannis und St. Rochus. Der Entschädigungsfonds wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verwaltet und gemeinsam vom Freistaat und den Kommunen getragen. Den Bewilligungsbescheid erlässt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, mit dem die Maßnahme abgestimmt ist. Die Maßnahme wird durch das Landesamt für Denkmalpflege auch fachlich begleitet.
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