Nürnberg berät über Lärmentlastung
Weniger Beschwerden trotz steigender Flugbewegungen
- Der Vorstand Fluglaermkommission (v.l.): Dr.
Udo Raab, Leiter Standortpolitik und Unternehmensförderung der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Stadträtin Catrin Seel und Mathias Kreitinger, Rechts- und Umweltreferent der Stadt Fürth. - Foto: Stadt Nürnberg
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- ,Nachtflugentwicklung und neue Flugrouten
NÜRNBERG (pm/nf) – Die Fluglärmkommission Nürnberg hat sich in ihrer 109. Sitzung am Albrecht Dürer Airport Nürnberg u.a. mit aktuellen Entwicklungen beim Fluglärm, der Verteilung nächtlicher Flugbewegungen sowie möglichen Maßnahmen zur weiteren Entlastung der Anwohner beschäftigt.
Die Fluglärmkommission ist das Beratungsorgan für die Genehmigungsbehörde des Flughafens Nürnberg (Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr), das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) sowie die Deutsche Flugsicherung (DFS). Die Aufgaben sowie die Zusammensetzung der Fluglärmkommission sind in § 32b Luftverkehrsgesetz geregelt. Sie besteht aus Vertretern der Stadt Nürnberg, mehreren dem Flughafen unmittelbar benachbarten Städten und Gemeinden, der Flughafen Nürnberg GmbH, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, der Fluglärm Schutzgemeinschaft Nürnberg und Umgebung e.V., der IHK Nürnberg für Mittelfranken sowie drei Fluggesellschaften, denen der Flughafen als betriebliche Basis dient.
Entsprechend den Aufgaben jenseits des Fluglärmthemas wurde im Rahmen der Sitzung ein Antrag über Informationen zur Einrichtung von Messstellen für Ultrafeinstaub gestellt. Grundlage für diese Messstellen ist eine Vorgabe seitens der EU, deren Umsetzung in deutsches Recht jedoch noch aussteht.
Neuer Vorstand gewählt
Zu Beginn der Sitzung wurde der Vorstand neu gewählt. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder Dr. Udo Raab, Leiter Standortpolitik und Unternehmensförderung der IHK Nürnberg für Mittelfranken, der Daniel F. Ulrich, dem ehemaligen Baureferent der Stadt Nürnberg, nachfolgt. Neue stellvertretende Vorsitzende ist die Nürnberger Stadträtin Catrin Seel. Das Amt des Schriftführers übernimmt weiterhin Mathias Kreitinger, Rechts- und Umweltreferent der Stadt Fürth.
Fluglärm und Nachtflüge
Der Fluglärmschutzbeauftragte Reiner Lux vom Luftamt Nordbayern stellte den Bericht zu den bei ihm in 2025 eingegangenen Beschwerden vor. Demnach ist die Zahl der Beschwerden gegenüber dem Vorjahr merklich zurückgegangen, obwohl die Flugbewegungen am Airport Nürnberg gestiegen waren. Ein weiterer Schwerpunkt war die Betriebsrichtungsverteilung bei nächtlichen Starts. Nach Angaben des Fluglärmschutzbeauftragten erfolgen in den Sommermonaten in den Kernnachtstunden zwischen 0 und 5 Uhr knapp 60 Prozent der Starts in Richtung Osten und rund 40 Prozent in Richtung Westen, denn Im Sommer treten im Gegensatz zum Winterhalbjahr verstärkt Ostwetterlagen auf. Aus der Kommission kam die Anregung, die nächtlichen Starts gleichmäßiger auf beide Richtungen zu verteilen. Eine solche Steuerung kann laut DFS aus Sicherheits- und betriebstechnischen Gründen allerdings nur in Ausnahmefällen erfolgen.
Alternative Route weiter geprüft
Ausführlich diskutierte die Kommission außerdem mögliche Varianten einer ausschließlich nachts nutzbaren Abflugstrecke über den Raum Erlangen und Herzogenaurach: Die Untersuchungen zeigen, dass eine weiter nach Westen verlagerte Flugroute zwar einzelne Bereiche entlasten könnte. Gleichzeitig würde die zu erwartende Streuung der Flugwege jedoch dazu führen, dass andere Siedlungsgebiete stärker betroffen wären. Die Kommission sprach sich deshalb für eine sogenannte NIROS-Berechnung durch die Deutsche Flugsicherung aus, um belastbare Daten über die Auswirkungen einer alternativen Streckenführung zu erhalten.
Flughafen berichtet über aktuelle Marktlage
Der Airport Nürnberg informierte über die aktuelle Geschäftsentwicklung und laufende Maßnahmen zur Reduzierung der Nachtflüge. Flughafengeschäftsführer Dr. Michael Hupe berichtete über das derzeit sehr herausfordernde Marktumfeld. Insbesondere der Iran-Krieg hatte zu einem deutlichen Rückgang der Reisebuchungen in den Monaten März und April geführt. Infolgedessen blieben auch die überwiegend touristisch geprägten Nachtflüge im zweiten Quartal dieses Jahres hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Auch könnte sich die Erhöhung der Preisaufschläge für Nachtstarts zunehmend auf die Bewegungen auswirken.
Lärmentlastung durch mehrere Faktoren
Die stellvertretende Vorsitzende Catrin Seel zog als Fazit der Sitzung eine insgesamt positive Bilanz der aktuellen Entwicklung. Die Lärmentlastung für die Bevölkerung werde durch mehrere Faktoren begünstigt: höhere Entgelte für Fluggesellschaften, die nachts fliegen, den zunehmenden Einsatz moderner und leiser Flugzeuge sowie ein derzeit nur moderates Verkehrswachstum.
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