Zögern vor dem letzten Schritt

In Augsburg ist längst Realität, was in Nürnberg einfach nicht klappen will: Das Rathaus hat seinen Prunksaal zurück erhalten. Foto: oh
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Vision der Nürnberger Altstadtfreunde

NÜRNBERG - Die Altstadtfreunde Nürnberg plädieren mit Nachdruck dafür, der Noris ein Stück Geschichte zurückzugeben.

Zum Hintergrund: Im Bombenhagel des 2. Weltkrieges versanken auch die historischen Rathäuser in Nürnberg und Augsburg samt dem jeweils prächtig gestalteten Rathaussaal in Schutt und Asche. Doch während die Augsburger den ihren bis 1996 wieder originalgetreu aufgebaut und damit ein Kleinod ins Leben zurückgerufen haben, schaffen die Nürnberger den letzten Schritt nicht. Zwar ist die historische Holztonnendecke original rekonstruiert worden, doch die aus der Werkstatt Albrecht-Dürers stammenden Wandmalereien fehlen bis auf den heutigen Tag, obwohl 1986 entdeckte Farb-Dias aus dem Jahre 1944 rund 70 Prozent des Gesamtkunstwerkes zeigen.

Keine komplette Bildserie
Deshalb fordern die Altstadtfreunde Nürnberg: „Dürer zurück ins Rathaus!“. Wie es in einer aktuellen Pressemeldung heißt, könne Nürnberg nicht auf den Meister im Rathaus verzichten, wenn man zum einen Dürer-Stadt sein und zum anderen den Sohn der Stadt als Werbeträger einsetzen wolle. Doch Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner ist gegen die Ausmalung. Als Argumente führt sie unter anderem an, dass Dürer zwar das Konzept entwi­ckelt, jedoch kaum selbst Hand angelegt habe. Durch spätere Renovierungen seien die Fresken verfremdet und teilweise übermalt worden. Außerdem gebe es keine komplette Bilderserie der gesamten Ausmalung, eine hundertprozentige Wiederherstellung des Zustandes vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sei daher nicht möglich. Jedoch ist dies möglicherweise noch nicht das letzte Wort, denn die Projektion von „Dürers Triumphzug“ hatte Tausende von Besuchern in den Rathaussaal gelockt – ein Bedürfnis seitens der Bevölkerung nach einem Festsaal im alten Glanze ist unübersehbar.

Die Altstadtfreunde Nürnberg haben Übung im sprichwörtlichen Bohren dicker Bretter: Auch der Wiederaufbau des Pellerhofes, mit dem die Stadt ein historisches Juwel zurückerhält, stieß anfangs im Nürnberger Stadtrat nicht nur auf Gegenliebe.

Autor:

Archiv MarktSpiegel aus Nürnberg

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