Fachkräfteeinwanderung der Marokkaner mit Visum
UPDATE 2: 5 Männer planten islamistischen Anschlag auf Weihnachtsmarkt

Der bayerische Innenminister, Joachim Herrmann (CSU), sieht keinen Anlass auf den Besuch von Weihnachtsmärkten zu verzichten. (Archivbild) | Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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  • Der bayerische Innenminister, Joachim Herrmann (CSU), sieht keinen Anlass auf den Besuch von Weihnachtsmärkten zu verzichten. (Archivbild)
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  • In Niederbayern wurden fünf Männer festgenommen, weil sie einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing geplant haben sollen
  • Prediger soll in Moschee zu Anschlag aufgerufen haben
  • Hinweis durch ausländischen Geheimdienst
  • Mit einem Fahrzeug auf einem Weihnachtsmarkt in Niederbayern möglichst viele Menschen töten – das sollen mehrere Männer geplant haben. Worauf sich die Ermittler jetzt konzentrieren.

UPDATE 2: 15. Dezember, 20 Uhr.

München (dpa/lby) - Nach den Festnahmen wegen eines mutmaßlichen Anschlagsplans auf einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern werten Extremismus-Ermittler Beweismittel aus. Es gehe dabei vor allem um elektronische Datenträger, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München. Zu Details wollte er sich unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Derweil forderte die SPD im Landtag vergeblich eine Sondersitzung des Innenausschusses zu den Vorfällen – noch vor Weihnachten.

Die fünf Männer hielten sich rechtmäßig in Deutschland auf

Bei den Männern handelt es sich den Ermittlern zufolge um einen 56-jährigen Ägypter, einen 37-jährigen Syrer und drei Marokkaner im Alter von 22, 28 und 30 Jahren. Die fünf Männer hielten sich laut Innenministerium allesamt rechtmäßig in Deutschland auf. Der Ägypter war demnach bereits seit 1995 hier, er habe aktuell eine sogenannte Niederlassungserlaubnis, also eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Der Syrer reiste 2023 ein und erhielt subsidiären Flüchtlingsschutz. Die drei marokkanischen Staatsangehörigen reisten 2025 im Rahmen der Fachkräfteeinwanderung mit einem Visum ein.

Der Ägypter, ein islamischer Prediger, soll nach derzeitigem Erkenntnisstand in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau zu einem Anschlag aufgerufen haben, «um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen», wie die Generalstaatsanwaltschaft erklärte.

Die drei Marokkaner sollen demnach bereit gewesen sein, den Anschlag auszuführen. Ihnen wird vorgeworfen, sich zum Mord bereiterklärt zu haben. Der Syrer soll die Männer in ihrem Entschluss bestärkt haben. Laut Generalstaatsanwaltschaft gehen die Ermittler von einem islamistischen Motiv aus, als Tatwaffe sollte wohl ein Fahrzeug genutzt werden.

Ermittler handelten trotz Plänen im Anfangsstadium

Dass die fünf Männer am Freitag festgenommen wurden, obwohl sich ihre Pläne laut Generalstaatsanwaltschaft noch «in einem frühen Anfangsstadium befanden», lag offenbar auch an der Art des geplanten Angriffs. Die Vorbereitungszeit für einen potenziellen Anschlag mit einem Fahrzeug auch ohne Festlegung auf eine konkrete Zeit oder einen konkreten Markt hielten die Ermittler für möglicherweise so kurz, dass sie nach einem Hinweis des bayerischen Verfassungsschutzes schnell handelten.

Drei Männer wurden laut Generalstaatsanwaltschaft an der Grenze zu Österreich festgenommen, zwei weitere in Niederbayern. Demnach waren beim Zugriff rund 100 Polizisten mit Spezialkräften im Einsatz.

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UPDATE
Dingolfing (dpa) - Wegen der mutmaßlichen Vorbereitung eines Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern sind fünf Männer festgenommen worden. Einige Fragen zu dem Fall sind noch offen.

Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte die Festnahmen und mehrere Haftbefehle. | Foto: Felix Hörhager/dpa
  • Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte die Festnahmen und mehrere Haftbefehle.
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Was bekannt ist: 

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut der Generalstaatsanwaltschaft München um einen 56-jährigen Ägypter, einen 37-jährigen Syrer und drei Marokkaner im Alter von 22, 28 und 30 Jahren.
Der Ägypter, ein islamischer Prediger, soll laut derzeitigem Ermittlungsstand in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau zu einem Anschlag aufgerufen haben. Das von ihm ausgegebene Ziel war es laut Generalstaatsanwaltschaft, «möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen».

Mutmaßliches Anschlagsziel war ein Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing. | Foto: Armin Weigel/dpa
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Die drei Marokkaner sollen sich bereit erklärt haben, den Anschlag auszuführen. Ihnen wird vorgeworfen, sich zum Mord bereiterklärt zu haben. Der Syrer soll die Männer in ihrem Entschluss bestärkt haben.
Die Festnahme erfolgte am Freitag. Am Samstag wurden die Männer dem Haftrichter vorgeführt. Gegen vier von ihnen ergingen Haftbefehle - einer wurde in Präventivgewahrsam genommen.

Die Generalstaatsanwaltschaft geht von einer islamistischen Tatmotivation der Verdächtigen aus. Der Anschlag sollte demnach mit einem - nicht näher spezifizierten - Fahrzeug verübt werden.

Geleitet wurde der Einsatz von der für Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus zuständigen Zentralstelle der Generalstaatsanwaltschaft. Auch das Landesamt für Verfassungsschutz war beteiligt. Ein ausländischer Nachrichtendienst war den Angaben zufolge nicht involviert.

Einen konkreten Weihnachtsmarkt oder einen konkreten Tag hatten die Verdächtigen nach aktuellem Ermittlungsstand noch nicht ausgesucht. Das sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Gefahr sei «bereits in einem sehr frühen Stadium unterbunden» worden.

Die Weihnachtsmärkte im Landkreis Dingolfing-Landau laufen weiter. Das sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) laut Mediengruppe Bayern. Die Polizeipräsidien Niederbayern sowie München und Nürnberg, wo es große Weihnachtsmärkte gibt, halten es nicht für notwendig, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Ein möglicher Anschlag mit einem Fahrzeug sei in den Konzepten bereits berücksichtigt.

Was noch nicht bekannt ist:

Wo die Verdächtigen gefasst wurden, ist bislang nicht bekannt. Die Mediengruppe Bayern berichtete, der Zugriff sei «im Bereich des Grenzübergangs Suben» erfolgt, also im Grenzgebiet zu Österreich. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte dies nicht. Woher der Hinweis auf die Männer kam, wurde nicht öffentlich gemacht. Zu den genauen Hintergründen wird ermittelt. Es gelte die Unschuldsvermutung, betonte die Generalstaatsanwaltschaft.

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München/Dingolfing (dpa/vero) - Nach der Festnahme von fünf Terrorverdächtigen wegen eines mutmaßlich geplanten Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern sind weiterhin zahlreiche Fragen zu klären. Unter den Verdächtigen sind drei Marokkaner, ein Ägypter und ein Syrer. Ein ausländischer Geheimdienst soll den entscheidenden Hinweis geliefert haben.

Welchen Weihnachtsmarkt sie im Visier gehabt haben sollen, wie konkret die Anschlagspläne waren und wo die Männer festgenommen wurden, gab die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft München zunächst nicht bekannt. Mitgeteilt wurde nur, dass ein islamistisches Motiv angenommen werde, die Verdächtigen es anscheinend auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing abgesehen hatten und die Tat wohl mit einem Fahrzeug verüben werden sollte.

Die fünf Männer waren bereits am Freitag von Spezialeinsatzkräften festgenommen worden. Die Sicherheitsbehörden waren nach eigenen Angaben zwei Tage vorher auf sie aufmerksam geworden. Wie sie ihnen auf die Schliche kamen, ist nicht bekannt.

Am Samstag ergingen Haftbefehle gegen vier der Männer. Einer wurde in Präventivgewahrsam genommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte.

Prediger soll in Moschee zu Anschlag aufgerufen haben

Bei den Männern handelt es sich den Ermittlern zufolge um einen 56-jährigen Ägypter, einen 37-jährigen Syrer und drei Marokkaner im Alter von 22, 28 und 30 Jahren. Der Ägypter, ein islamischer Prediger, soll nach derzeitigem Erkenntnisstand in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau zu einem Anschlag aufgerufen haben, «um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen», wie die Generalstaatsanwaltschaft erklärte.

Die drei Marokkaner sollen demnach bereit gewesen sein, den Anschlag auszuführen. Ihnen wird vorgeworfen, sich zum Mord bereiterklärt zu haben. Der Syrer soll die Männer in ihrem Entschluss bestärkt haben. Ein Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird dem Vernehmen nach nicht angenommen.

Die Zentralstelle der Generalstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus leitete den Einsatz, an dem auch das Landesamt für Verfassungsschutz beteiligt war. Ein ausländischer Nachrichtendienst sei nicht involviert gewesen, hieß es. Weitere Informationen waren bis zum Sonntagmorgen nicht zu bekommen.

Potenzieller islamistisch motivierter Anschlag verhindert

«Dank der hervorragenden Zusammenarbeit unserer Sicherheitsbehörden konnten in kürzester Zeit mehrere Tatverdächtige festgenommen und damit ein potenzieller islamistisch motivierter Anschlag in Bayern verhindert werden», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Dies belege «eindrucksvoll die gute Reaktions- und Leistungsfähigkeit unserer Sicherheitsbehörden und zeigt: Wir sind in der Lage, unsere Bürgerinnen und Bürger zu schützen!» Nun müssten die Hintergründe gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft München aufgeklärt werden.

Weihnachtsmärkten gilt seit längerem besondere Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden - auch wegen früherer Anschläge. So steuerte ein radikalisierter Islamist am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in die Menschenmenge auf dem Berliner Breitscheidplatz und tötete damit 13 Menschen, wobei einer erst Jahre später den Folgen starb.


Im vergangenen Jahr raste ein Autofahrer absichtlich über den Magdeburger Weihnachtsmarkt, tötete damit sechs Menschen und verletzte mehr als 300 weitere. Derzeit läuft am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den geständigen Täter aus Saudi-Arabien, der seit 2006 in Deutschland lebte.

Der bayerische Innenminister, Joachim Herrmann (CSU), sieht keinen Anlass auf den Besuch von Weihnachtsmärkten zu verzichten. (Archivbild) | Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Mutmaßliches Anschlagsziel war ein Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing. | Foto: Armin Weigel/dpa
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Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte die Festnahmen und mehrere Haftbefehle. | Foto: Felix Hörhager/dpa
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Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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