Zweites Rudel im Grenzgebiet gesichtet
Wölfe im Bayerischen Wald

Es gibt nur noch wenige frei lebende Wolfsrudel in Bayern.
  • Es gibt nur noch wenige frei lebende Wolfsrudel in Bayern.
  • Foto: Sebastian Gollnow
  • hochgeladen von Arthur Kreklau

GRAFENAU (dpa/lby) - Im deutsch-tschechischen Grenzgebiet der Nationalparke Bayerischer Wald und Böhmerwald haben Forscher ein zweites Wolfsrudel nachgewiesen. Eines der Rudel nutze die Wälder zwischen Finsterau und Srní, das zweite sei vor allem zwischen der Trinkwassertalsperre Frauenau und Böhmisch Eisenstein gesehen worden, teilte die Nationalparkverwaltung mit.

Bislang war in der Region ein standorttreues Rudel bekannt. Seit 2015 gibt es laut Landesamt für Umwelt (LfU) Wolfsnachweise im Bayerischen Wald.

Bei einer Wölfin in Finsterau ist den Angaben nach ein Gesäuge zu erkennen, was auf Nachwuchs schließen lässt. Zudem tappten vier Welpen in eine Fotofalle. Bei Bayerisch Eisenstein wurden bereits vergangenen Winter regelmäßig Wölfe fotografiert. Analysen von Kotproben ließen darauf schließen, dass sich dort neben zwei ausgewachsenen Wölfen ein Jungtier aufhält.

Weitere standorttreue Rudel der streng geschützten Tiere gibt es im Freistaat dem LfU nach im Manteler Forst (Landkreis Neustadt an der Waldnaab), im Veldensteiner Forst in Oberfranken, in der Röhn sowie auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz.

Fast wöchentlich werden in Bayern Wölfe gesichtet, zuletzt unter anderem in den Landkreisen Eichstätt, Traunstein, Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen. Oft sind das durchwandernde Tiere, die ihre elterlichen Rudel verlassen haben.

Aus Sorge vor gerissenen Schafen plant der Bayerischen Bauernverband (BBV) für Sonntag, den 13. September, in Garmisch-Partenkirchen eine Kundgebung unter dem Motto "Kommt der Wolf, stirbt die Weide!". Die Teilnehmer wollen nach BBV-Angaben ein Zeichen der Solidarität mit Weidetierhaltern setzen.

Das LfU in Augsburg verweist darauf, dass Tierhalter für den Schutz von Schafsherden - beispielsweise durch einen Elektrozaun oder einen Herdenschutzhund - Fördermittel beantragen können.

Zudem ist es möglich, dass Nutztierhalter Schäden durch Wolf, Bär oder Luchs über den "Ausgleichsfonds Große Beutegreifer" ersetzt bekommen. Der Ausgleichsfonds ist ein Zusammenschluss von Bund Naturschutz (BN), Wildland-Stiftung, Landesbund für Vogelschutz (LBV) sowie World Wild Fund For Nature (WWF) und wird vom Bayerischen Naturschutzfonds unterstützt.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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