Ausbau des Frankenschnellweges
Bürgervereine für ein NEIN beim Bürgerentscheid
- Um den geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg wird bereits seit Jahren gestritten.
- Foto: Daniel Karmann/dpa
- hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
- Auf Formulierung achten.
- Wer für den Ausbau des Frankenschnellwegs ist muss mit NEIN abstimmen
NÜRNBERG (pm/nf) – Die Bürger- und Vorstadtvereine Gebersdorf, Eibach-Maich, Reichelsdorf-Mühlhof, Katzwang, Worzeldorf und Kornburg wollen gemeinsam ein Signal für den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs setzen.
Die Vorsitzenden Michael Pfeuffer, Michael Kraus, Manfred Ratz, Alexander Sessann, Dietrich Dieckhoff und Martina Staufer sind sich einig, dass insbesondere die Stadteile im Südwesten Nürnbergs auf einen funktonierenden Frankenschnellweg angewiesen sind.
Gerade in der aktuellen Situation mit der gesperrten Frankenschnellwegbrücke wird deutlich, wie sehr die Verkehrsbelastung in den Stadteilen steigt, wenn der Frankenschnellweg nicht oder nur eingeschränkt erreichbar ist. Der Stadtrat hat den Ausbau mit großer Mehrheit beschlossen, die Planfeststellung steht, die jahrelange juristische Auseinandersetzung ist in letzter Instanz entschieden - jetzt muss der Ausbau auch endlich in die Umsetzung.
Ein kreuzungsfreier Ausbau und damit das Ende der täglichen Staus von An den Rampen bis zur Otto- Brenner-Brücke und darüber hinaus bedeutet eine große Entlastung für diejenigen Stadteile, durch die sich täglich der Verkehr quält, der den Frankenschnellweg-Stau vermeiden will. Besonders die im Umfeld des Güterverkehrszentrums Hafen liegenden Stadtteile werden deutlich davon profiitieren. Auch das Ende der Folge-Staus auf der Südwesttangente und anderer angrenzender Routen wird weitere Stad+eile entlasten.
Michael Kraus (1. Vorsitzender Vorstadtverein Eibach-Maiach e.V.): „Das südliche Ende des Frankenschnellwegs, der Knoten mit der Südwesttangente und auch das Güterverkehrszentrum Hafen liegen in unserem Vereinsgebiet. Wenn der Frankenschnellweg nicht gut funktioniert, sind die Straßen in unserem Stadtteil schnell voller LKW und völlig überlastet. Gleichzeitig sind wir mit der B2 ein Durchfahrtsort für die weiter südlich gelegenen Stadtteile. Für mich steht außer Frage, dass ein kreuzungsfreier Ausbau nur Entlastung für uns bringen kann.“
Michael Pfeuffer (1. Vorsitzender Bürgerverein Gebersdorf e.V.): „Auch wenn der Frankenschnellweg nicht direkt an unseren Ortsteil angrenzt, spürt man dennoch seit Jahren die Auswirkungen bis nach Gebersdorf. Die Verkehrslage hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ist über die Südwesttangente bis nach Gebersdorf spürbar. Seit nahezu 40 Jahren wird über den Ausbau diskutiert. Jetzt ist die Chance da und man sollte sie auch nutzen. Wir respekiereneren, dass nicht alle Bürger mit dem Ausbau einverstanden ist, dennoch sollte das Projekt jetzt endlich fortgeführt werden - nicht zuletzt auch, weil schon sehr viele Steuergelder in die Vorbereitungen geflossen sind.“
Manfred Ratz (1. Vorsitzender Bürgerverein Reichelsdorf-Mühlhof e.V.): „Straßen sind die Lebensadern unserer Stadt. Sie verbinden Menschen, stärken unsere Wirtschaft und schaffen Perspektiven für kommende Generatonen. Deshalb stehen wir zum Ausbau des Frankenschnellwegs und stmmen beim Bürgerentscheid mit NEIN.“
Alexander Sessann (1. Vorsitzender Bürgerverein Katzwang e.V.): „Der Bürgerverein Katzwang wünscht sich den baldigen Beginn des Ausbaus. Neben der Entlastung für den Süden begrüßen wir das Konzept, entlang der Trasse neue Grünflächen sowie einen Stadtteilpark und einen begrünten Tunneldeckel zu schaffen. Davon profiitiert das gesamte Stadtklima. Wir empfehlen daher, beim Bürgerbegehren mit NEIN zu stmmen.“
Dietrich Dieckhoff (1. Vorsitzender Bürgerverein Worzeldorf e.V.): „Ein staufreier Frankenschnellweg ist für uns eine wesentliche Voraussetzung für ein durchgängiges Verkehrskonzept. Die täglichen Staus, verbunden mit der enormen Umweltverschmutzung sind eine Zumutung für die betroffenen Anwohner und Verkehrsteilnehmer. Es kann nicht sein, dass höchstrichterliche Entscheidungen einfach ignoriert werden und durch ständig neue Einsprüche ausgehebelt werden sollen. Sehr befremdlich ist zudem, dass von den Gegnern des Ausbaus den Bürgern erzählt wird, dass mit dem Freiwerden der nicht für einen Ausbau benötigten Gelder andere Vorhaben realisiert werden könnten. Es dürfte auch diesen Personen bekannt sein, dass Fördermittel zweckgebunden sind und eben nicht für andere Vorhaben eingesetzt werden können. Wir sind zwar nicht direkt an den Frankenschnellweg angrenzend, er ist und bleibt aber für uns eine unverzichtbare Verbindung zur Innenstadt und in den Norden. So wie es derzeit ist, kann und darf es nicht bleiben. Wir geben mit dieser Aussage und dem gesamten Statement lediglich die Meinung unseres Vorstands wieder. Eine Befragung unserer Bürger ist nicht erfolgt. Wir wissen allerdings, dass es hierzu unterschiedliche Meinungen gibt."
Martina Staufer (1. Vorsitzende Bürgerverein Kornburg e.V.): “Der Bürgerverein Kornburg unterstützt den Ausbau des Frankenschnellwegs ausdrücklich, da dieser nach seiner Fertigstellung eine spürbare Entlastung für zahlreiche Bürger bringen wird, die derzeit unter langen Staus und einer hohen Verkehrsbelastung leiden. Auch für die Anwohner entlang der Strecke wird sich die Lebens- und Wohnqualität deutlich verbessern. Wir erwarten nun, dass das Projekt ohne weitere Verzögerungen umgesetzt wird. Die jahrelangen Diskussionen und Verzögerungen haben bereits genug Zeit und Steuergeld gekostet. Jetzt gilt es, die dringend benötigte Verkehrsentlastung für die Menschen in der Region endlich zu realisieren.“
Kein Wunschprogramm
Die Vorsitzenden der Bürgervereine weiter: "Uns ist bewusst, dass es innerhalb der Mitglieder unserer Vereine durchaus unterschiedliche Meinungen zum Ausbau des Frankenschnellwegs gibt. In unseren Vorstand- und Beiratsgremien haben wir uns jedoch mit jeweils sehr großen Mehrheiten für dieses Bekenntnis zum Frankenschnellweg entschieden. Wir sind überzeugt, diese Mehrheiten spiegeln auch die mehrheitliche Meinung in unseren Stadtteilen wider."
Kritik üben die Vorsitzenden an der Kampagne der Initiatie „Zurück auf Los“: "Die Plakate und Flyer suggerieren der Bevölkerung, mit einem Stopp des Frankenschnellweg-Ausbaus würden plötzlich tausende bezahlbare Wohnungen neu entstehen, neue Straßenbahnlinien in den Südwesten oder gar ein Boulevard statt einer Autobahn. Das sind unserer Ansicht nach Wunschvorstellungen, die jeglicher Grundlage entbehren. Hier werden die Bürger getäuscht, weil es natürlich verlockend ist, Ja“zu bezahlbaren Wohnungen oder einer Straßenbahn bis nach Kornburg zu sagen. Wir wissen nicht zuletzt aus unserem eigenen Vereinsgeschä4ft mit Zuschüssen und Förderungen, dass Fördermittel zweckgebunden sind. Die Finanzierung für den Frankenschnellweg wird nicht plötzlich frei für ein Wunschprogramm, sie ist bei einem Stopp schlicht weg."
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