Wenn im Herzen ein Engpass ist

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ERLANGEN/REGION (pm) - Die jährlich stattfindenden Herzwochen widmen sich im November zwei der häufigsten Todesursachen: Koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt zählen Millionen Betroffene auf der ganzen Welt. Prof. Dr. med. Stephan Achenbach, Direktor der Kardiologie am Universitätsklinikum Erlangen, gibt an dieser Stelle einen Überblick über Ursachen, V

erlauf und Behandlungsmöglichkeiten.
Das Herz ist ein Muskel und benötigt für jeden einzelnen Schlag ausreichend Sauerstoff. Diese Versorgung übernehmen die Herzkranzgefäße, auch Koronararterien genannt, indem sie sauerstoffreiches Blut zum Herzmuskel transportieren. Mitunter kommt es in den Gefäßen zu Ablagerungen aus Kalk und Fett, so genannten Plaques. Diese können die elastischen Arterien verengen, was zu einer eingeschränkten Sauerstoffversorgung des Herzmuskels führt. Liegt eine solche Beeinträchtigung vor, sprechen Mediziner von einer KHK, einer koronaren Herzerkrankung. Durch hochgradig eingeengte Herzkranzgefäße können Betroffene – besonders unter Belastung und Aufregung – Schmerzen, Brennen oder ein Engegefühl in der Brust sowie Luftnot verspüren. Man nennt dies die „stabile Koronare Herzerkrankung“. Bei vollständigem Verschluss einer Koronararterie droht ein Herzinfarkt. „Wird das betroffene Gefäß nicht sofort wieder geöffnet, werden Teile des Herzmuskels absterben. Das kann akut zu schweren Herzrhythmustörungen und zum Versterben führen, langfristig zu einer Herzmuskelschwäche mit eingeschränkter Belastbarkeit“, so Prof. Achenbach.

Kann man vorbeugen?

Zur Risikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen Raucher, Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und erhöhtem Cholesterin. Auch unmittelbare Angehörige von Patienten, die in jungem Alter eine Koronare Herzerkrankung entwickeln, sind erblich bedingt häufiger betroffen. Prof. Achenbach rät: „Eine gesunde Lebensweise und vor allem regelmäßige Bewegung können helfen, das Risiko einer KHK oder eines Infarkts zu senken. Bei Beschwerden sollte unbedingt sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden“. Beim akut verschlossenen Gefäß – dem Herzinfarkt –, so unterstreicht der Mediziner, muss alles unternommen werden, um es möglichst schnell wieder zu öffnen; in der Regel mittels Herzkatheter. Liegt die Diagnose „stabile KHK“ vor, bilden Medikamente den Grundstein der Behandlung – begleitet von einer gesunden Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und vor allem ausreichender körperlicher Aktivität.

Ab einem gewissen Verengungsgrad der Gefäße haben Ärzte zusätzlich die Möglichkeit, diese Engstelle zu beheben – entweder mittels Bypass-Operation oder, viel häufiger, indem sie mittels Katheter an der betroffenen Stelle einen Stent implantieren. Dieser dient dazu, die Engstelle zu öffnen und so den Blutfluss wieder zu gewährleisten.

Wie gehen Ärzte bei der Diagnose vor?

Eine diagnostische Technologie, die Messung der fraktionellen Flussreserve (FFR), unterstützt Mediziner bei der Wahl der bestmöglichen Therapie. Dazu wird von der Leiste oder vom Handgelenk ein hauchdünner Draht in das Herzkranzgefäß eingeführt, an dessen Ende sich ein winziger Sensor befindet. Dieser misst den Blutdruck innerhalb des Gefäßes. „Aus Blutdruckveränderungen vor und nach der Engstelle können wir den so genannten FFR-Wert berechnen und so den Schweregrad der Verengung besonders gut beurteilen. Dies dient der Entscheidung, ob eine Behandlung notwendig ist und in welcher Form diese erfolgt“, so Prof. Achenbach. Sollte das Setzen von Stents notwendig sein, kann die FFR-Messung auch während des Eingriffs eingesetzt werden, um den Eingriff zu steuern. „Wir können wiederholt den Blutfluss überprüfen und so feststellen, ob das Herz wieder optimal versorgt wird“, erklärt der Spezialist.

Autor:

Uwe Müller aus Nürnberg

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