Von Hamburg bis Bayern herrscht Glättegefahr
DWD warnt vor Mix aus Schnee und Regen

Am Morgen waren Räumfahrzeuge unterwegs. | Foto: Moritz Frankenberg/dpa
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BERLIN (dpa/ak) – Schnee, Eis und gefrierender Regen bestimmen auch am Dienstag das Bild in vielen Teilen Deutschlands. Der Weg zur Arbeit oder zur Schule bleibt für viele Menschen eine Herausforderung, ein Ende der winterlichen Belastungsprobe ist vorerst nicht absehbar. Der Deutsche Wetterdienst rät weiterhin zu besonderer Vorsicht.

Schon in der Nacht und am frühen Morgen kam es erneut zu Glätteunfällen, wenn auch ohne größere Schadensmeldungen. Auf der A5 bei Gießen musste die Fahrtrichtung Kassel zeitweise gesperrt werden, nachdem Lastwagen festgefahren oder querstehend die Strecke blockiert hatten. Während sich die Lage im verschneiten Nordbayern etwas entspannte, blieben in Teilen Frankens zahlreiche Straßen vorsorglich gesperrt. Die Gefahr herabstürzender Äste ist dort weiterhin hoch. In Bamberg wurde ein Radfahrer lebensgefährlich verletzt, als ein schneebeladener Ast auf ihn stürzte.

Auch am Montag hatten viele Menschen mit den Folgen des Winterwetters zu kämpfen. Am Reiskirchener Dreieck standen Autofahrer stundenlang im Stau und mussten von Feuerwehr und Rotem Kreuz mit Decken und Getränken versorgt werden. Der DWD warnt weiterhin vor markanter Glätte, besonders in der Mitte Deutschlands, wo gefrierender Regen erwartet wird. Die Warnungen galten am Dienstagmorgen von Hamburg bis in die Mitte Bayerns sowie für große Teile Nordrhein-Westfalens. Nicht notwendige Fahrten sollten möglichst vermieden werden.

Im Bahnverkehr zeigt sich die Lage zwar etwas stabiler, doch von Normalbetrieb kann keine Rede sein. Weichenstörungen, vereiste Oberleitungen und Schneeverwehungen hatten den Wochenstart erheblich beeinträchtigt. Ein Bahnsprecher sprach am Dienstagmorgen von einer deutlichen Verbesserung, dennoch fallen weiterhin einzelne Fernverbindungen aus, etwa zwischen Berlin und Rostock oder Stralsund sowie zwischen Berlin und Binz. Auch kleinere Verspätungen sind vielerorts möglich. Mit Blick auf den angekündigten gefrierenden Regen warnte die Bahn vor möglichen neuen Vereisungen an Weichen und Oberleitungen.

In Berlin bleibt der Straßenbahnverkehr am Morgen vollständig eingestellt. Vereiste Oberleitungen machen einen sicheren Betrieb unmöglich, wie die Verkehrsbetriebe mitteilten. Solange die Temperaturen nicht steigen, bilde sich immer wieder neues Eis, die Enteisung dauere entsprechend an. Auch andernorts kam es zu Hunderten Unfällen, meist mit Blechschäden. Auf mehreren Autobahnen blieben Lastwagen nach starkem Schneefall liegen.

Der Schulbetrieb ist ebenfalls betroffen. In mehreren fränkischen Landkreisen fällt der Präsenzunterricht aus, darunter in Nürnberg, Erlangen und Bamberg. Bereits zu Wochenbeginn hatten vielerorts Busse ihren Betrieb eingestellt, was zu weiteren Schulausfällen führte.

Während Deutschland mit glatten Straßen und Schneefall kämpft, zeigt ein Blick in die USA, wie extrem Winterwetter ausfallen kann. Ein schwerer Wintersturm hat dort ganze Städte unter Schneemassen begraben. Im New Yorker Central Park wurde mit fast 30 Zentimetern die höchste Schneehöhe seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Rund 90 Millionen Menschen standen am Montag unter Warnungen vor extremer Kälte. Medien berichten von mindestens 19 Todesopfern seit dem Wochenende. Hunderttausende Haushalte waren in der Nacht zum Dienstag ohne Strom. In Washington bleiben die öffentlichen Schulen geschlossen, und auch der Flugverkehr ist vielerorts weiterhin beeinträchtigt, soll sich aber in den kommenden Tagen allmählich stabilisieren.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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