Jugendschutz im Netz
SPD: Social Media erst ab 14 Jahren
- Die SPD will für Kinder unter 14 Jahren ein Social-Media-Verbot. (Symbolbild)
- Foto: Annette Riedl/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
BERLIN (dpa/ak) – Die SPD fordert eine deutliche Verschärfung der Regeln für junge Nutzer sozialer Netzwerke. In einem Impulspapier spricht sich die Partei dafür aus, Kindern unter 14 Jahren den Zugang zu Social-Media-Plattformen vollständig zu untersagen. Anbieter sollen verpflichtet werden, den Zugang technisch zu blockieren; bei Verstößen sollen empfindliche Sanktionen bis hin zu zeitweisen Netzsperren möglich sein.
Für Jugendliche unter 16 Jahren sieht das Papier eine verpflichtende Jugendversion der Plattformen vor – ohne Endlos-Scrollen, automatische Wiedergabe, Belohnungssysteme oder personalisierte Feeds. Der Zugang soll ausschließlich über die „EUDI-Wallet“ der Erziehungsberechtigten erfolgen, eine digitale Identitäts-App, in der Ausweisdokumente hinterlegt sind.
Auch für Nutzer ab 16 Jahren schlägt die SPD Änderungen vor: Algorithmische Empfehlungssysteme sollen standardmäßig deaktiviert sein, erst nach aktiver Zustimmung dürften Plattformen Inhalte vorschlagen. Die Altersverifikation über die EUDI-Wallet wäre auch hier verpflichtend. Insgesamt versteht die Partei ihren Vorstoß als Rückkehr zu einem Social-Media-Prinzip, bei dem Nutzer wieder vorrangig Inhalte der Accounts sehen, denen sie bewusst folgen.
SPD-Chef Lars Klingbeil begründet die Initiative mit einem gesellschaftlichen Stimmungswandel. Junge Menschen verlangten klare Regeln, sagte er. Der Schutz vor Hass und Gewalt im Netz habe oberste Priorität. Unterstützung kommt auch aus der CDU: Familienministerin Karin Prien zeigte sich offen für ein Verbot bis zu einem bestimmten Alter, die Partei will das Thema auf ihrem Parteitag beraten.
International wächst der Druck ebenfalls. Länder wie Dänemark, Großbritannien, Frankreich und Spanien prüfen ähnliche Schritte, nachdem Australien als erstes Land ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat.
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