Immer mehr Pädophile nutzen das Internet
Wie kann man die Kinder schützen?

Immer mehr Kinder in Deutschlan werden im Internet mit Pädophilen konfrontiert.
  • Immer mehr Kinder in Deutschlan werden im Internet mit Pädophilen konfrontiert.
  • Foto: New Africa (Symbolfoto)
  • hochgeladen von Victor Schlampp

DÜSSELDORF (dpa) - Bei diesen Zahlen müssten in der Politik alle Alarmglocken schrillen: Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist einer aktuellen Umfrage zufolge im Internet von Erwachsenen zu einer Verabredung aufgefordert worden und das meist mit eindeutig sexuellen Absichten!

24 Prozent der mehr als 2100 repräsentativ befragten Heranwachsenden zwischen acht und 18 Jahren machten diese Erfahrung. Und jeder Siebte (14 Prozent) wurde von einem Erwachsenen aufgefordert, sich auszuziehen und dabei die Webcam oder Smartphonekamera einzuschalten. Das ergab eine Erhebung im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW. Die Zahlen seien erschreckend, betonte Direktor der Landesanstalt, Tobias Schmid, am Donnerstag in Düsseldorf.

Im November waren 2163 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren vom Institut "KB&B Family Marketing Experts" befragt worden. Der Fokus lag auf dem sogenannten Cybergrooming - der Kontaktaufnahme von Erwachsenen zu Minderjährigen mit sexuellen Absichten. Jeder sechste Heranwachsende (16 Prozent) gab an, ihm sei von einem erwachsenen Online-Kontakt schon mal eine Gegenleistung für ein Video oder Foto versprochen worden. Und 15 Prozent sagten, man habe ihnen ungefragt Nacktbilder zugesandt.

Instagram als Hauptquelle

Über alle Schulformen hinweg beschreiben Kinder und Jugendliche solche Erfahrungen, wobei häufiger Haupt- oder Berufsschüler damit konfrontiert sind. Es gebe keine signifikanten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Der Blick auf die genutzten Kanäle zeige, dass die Betroffenen sexualisierte Ansprache vor allem über Instagram, gefolgt von WhatsApp und Snapchat erhalten - aber auch bei Online-Games wie "FIFA22" oder "Minecraft".
"Wir müssen Kinder und Jugendliche vor diesen Übergriffen schützen, ohne sie in ihren Freiheiten einzuschränken. Wir müssen aufklären, ohne Angst zu machen", mahnte Schmid. Die Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden. Medienaufsicht, Rechtsstaat und Gesellschaft seien angesichts der drastischen Umfrage-Ergebnisse allesamt gefordert. Viele befragte Kinder und Jugendliche würden das Thema auch gerne stärker in der Schule behandeln oder es mit ihren Eltern besprechen. Gut ein Drittel wünscht sich, einen Cybergrooming-Verdacht bei der Polizei zu melden oder unabhängig prüfen zu lassen.

Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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