Bilanz für das Geschäftsjahr 2019/2020 zeigt ein deutliches Minus
Das Kleeblatt richtet den Blick nach vorne

Die SpVgg Greuther Fürth legt ihre aktuelle Bilanz vor. Symbolbild.
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  • Foto: Robert Michael/dpa
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FÜRTH (pm/ak) - Wie jedes Jahr wäre auch jetzt wieder die Zeit für die Mitgliederversammlung gewesen. Auch wenn diese aus pandemischen Gründen verschoben wurde (die Mitglieder wurden bereits per Mail/Brief über die Verschiebung informiert), so will die KGaA als Tochterfirma der SPVGG GREUTHER FÜRTH e.V. über ihre Bilanzzahlen der abgelaufenen Saison informieren.

Die SPVGG GREUTHER FÜRTH GMBH & CO. KGAA hat das Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem Verlust von 3,96 Mio. Euro (im Vorjahr: -521.000 Euro) abgeschlossen. Im besonderen Maße haben sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie in der zurückliegenden Spielzeit bemerkbar gemacht. So sank der Umsatz auf 22,6 Mio. Euro (Vorjahr: 26,8 Mio. Euro).

Geschäftsführer Holger Schwiewagner: „Wir haben uns dazu entschieden, den Blick nach vorne zu richten, mit dem Ziel, wirkungsvolle Maßnahmen für die aktuelle Saison – weiterhin unter dem Einfluss von Corona – sowie die Saison 21/22 zu realisieren. Wir wollten dabei die Zukunft so wenig wie möglich belasten.“ Auch deshalb sinkt die Eigenkapital-Quote auf nach wie vor stattliche 40 Prozent.

„Diese Pandemie hat alles verändert: geringere Medieneinnahmen, wegbrechende Zuschauereinnahmen und Ausfall von Sponsoringerlösen. Dennoch haben wir sehr viel Solidarität und Zuspruch erhalten, sonst wäre unser Minus noch höher ausgefallen. Insbesondere unseren Dauerkartenbesitzern und Sponsoren möchte ich an dieser Stelle nochmals herzlich danken. Aber auch Mitarbeiter und Lizenzmannschaft haben in erheblichem Maße auf Gehalt verzichtet und ihre Solidarität mit dem Verein gelebt. Auf der anderen Seite hat sich der insgesamt wirtschaftlich nachhaltige Weg der Spielvereinigung aus den letzten zwei Jahrzehnten als richtig erwiesen, sonst hätte uns diese Pandemie wohl vor weitaus größere Aufgaben gestellt“, erklärt Schwiewagner.

Wie auf viele andere Unternehmen und Branchen sind die Auswirkungen aber natürlich auch auf das Kleeblatt im laufenden Geschäftsjahr noch deutlich zu spüren und so wurden weitreichende Maßnahmen im Sommer ergriffen. Alleine die Personalkosten (Profis, Nachwuchsleistungszentrum, Verwaltung) konnten um über 2 Mio. Euro reduziert werden.

„Wir haben den Gürtel nochmal enger geschnallt und mussten an der einen oder anderen Stelle eben auch noch mehr Kompromisse eingehen. Mit Kreativität, Mut und Agilität sind unsere Mitarbeiter und Verantwortlichen diesen Prozess angegangen. Und damit haben wir es geschafft, weiter unseren für Fürth typischen Weg zu gehen, mit Kreativität und Effektivität. Auch im sportlichen Bereich hat Rachid Azzouzi zusammen mit seinem Team wieder eine Mannschaft geformt, mit der wir uns alle identifizieren, insbesondere mit der Art und Weise, wie sie auftritt“, so Holger Schwiewagner. Der jüngste Kader der zweiten Bundesliga konnte zuletzt viermal in Folge gewinnen, überzeugte in dieser jungen Saison auch insbesondere durch attraktiven Offensivfußball. „Diese Entwicklung stimmt uns sehr positiv“, berichtet der Fürther Geschäftsführer.

Auch abseits des Rasens wurde an entscheidenden Themen gearbeitet, wie zum Beispiel wichtige Vertragsverlängerungen – allen voran mit dem Hauptsponsor Hofmann Personal aber auch mit den langjährigen Exklusivpartnern Tucher und Wild & Panda.

Und dann begann im Sommer auch ein neues Kapitel mit dem Ausrüster Puma. Holger Schwiewagner dazu: „Wir sind sehr glücklich, dass wir auf vielfältigen Wegen direkt mit Puma zusammenarbeiten und so kürzeste Wege nach Herzogenaurach pflegen.“

Ein wichtiger Baustein für die SPVGG GREUTHER FÜRTH ist und bleibt das gesellschaftliche Engagement. Holger Schwiewagner: „Die Solidarität, die wir in diesem schweren Jahr erfahren haben, lässt uns sehr demütig auf unsere Verantwortung blicken. Stabile Dauerkartenzahlen, zu drei Vierteln mit einer Solidaritäts-Dauerkarte, keine signifikanten Veränderungen im Partner-Segment und das, obwohl viele Firmen genauso wie wir zu kämpfen haben. Dieses Vertrauen wollen und werden wir zurückzahlen.“

Seit 2015 agiert die Spielvereinigung unter dem Namen „Kleeblatt fürs Leben“ in vielfältiger Hinsicht. Während der Corona-Pandemie hat die SPVGG GREUTHER FÜRTH dank der Unterstützung der Partner Franken Brunnen und Tucher Getränke verteilt, mit Puma zusammen Schuhe an die Dambacher Werkstätten ausgegeben, engagierte Personen zu Spielen eingeladen und auch den Amateurfußball unterstützt – aber auch laufende Projekte nicht aus dem Auge verloren und sich für Integration und Inklusion eingesetzt. „Um dieser Verantwortung auch in Zukunft weiter gerecht zu werden, haben wir schon seit einigen Monaten daran gearbeitet, eine Stiftung ins Leben zu rufen, die ab dem Jahr 2021 unser soziales Engagement bündeln und aktiv vorantreiben wird“, erklärt der Geschäftsführer der Spielvereinigung.

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Saison konnte bei der SPVGG GREUTHER FÜRTH also viel bewegt werden. „Und deshalb möchte ich mich abschließend auch bei meinen Geschäftsleitungskollegen, allen Mitarbeitern, den Gremien der KGaA und des e. V. bedanken, die das Kleeblatt mit sehr viel Engagement leben und ein ganz wesentlicher und wichtiger Baustein für uns sind“, so Holger Schwiewagner.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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