Absturz an den Tabellenkeller
Fürths Trainer Vogel ringt nach 0:2 um Fassung
- Die Stimmung beim Kleeblatt ist im Keller.
- Foto: Sebastian Kahnert/dpa
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DRESDEN/FÜRTH (dpa/lby) – Die SpVgg Greuther Fürth steckt tiefer in der Krise, als es vielen im Verein lieb sein dürfte. Nach dem 0:2 im Kellerduell bei Dynamo Dresden rutschten die Franken ans Ende der Zweitligatabelle – ein Absturz, der Trainer Heiko Vogel sichtlich traf. Der 48-Jährige rang nach dem Schlusspfiff hörbar um Beherrschung und sprach offen von großer Wut. Er müsse aufpassen, sagte er, „dass ich die Wortwahl richtig treffe“.
Rund 1.000 Fürther Fans hatten ihre Mannschaft zum Rückrundenstart begleitet, doch sie mussten ohne Punkte und ohne Hoffnungsschimmer die Heimreise antreten. Vogel zeigte Verständnis für ihren Frust. Es tue ihm leid, erklärte er, denn man fahre „mit null Punkten heim und hat nicht das Gefühl, dass man alles so investiert hat, wie es der Abstiegskampf verlangt“. Die Pfiffe aus dem Gästeblock blieben nicht aus – und sie trafen eine Mannschaft, die seit Wochen nach Halt sucht.
Vogel, der im Herbst Thomas Kleine beerbt hatte, wartet auch nach vier Spielen weiter auf seinen ersten Sieg als Fürther Cheftrainer. In Dresden war ein Erfolg zu keinem Zeitpunkt realistisch. Die elfte Saisonniederlage führte dazu, dass die Franken nun auf Platz 18 stehen – ein Befund, der im Verein erst einmal verdaut werden muss. Vogel kündigte Konsequenzen an. Die Zügel würden angezogen, sagte er, und die kommenden Trainingswochen würden anders aussehen. Es sei notwendig, denn ein Blick auf die Tabelle zeige, dass sich vieles ändern müsse.
Auch Kapitän Branimir Hrgota wirkte nach dem Abpfiff ernüchtert. Es fühle sich nicht gut an, sagte er, doch man dürfe nicht aufgeben. Vier Punkte fehlen derzeit auf den Relegationsrang, und die Durchhalteparolen sind in Fürth längst Alltag geworden.
Sportlich begann das Unheil in Dresden nach 35 Minuten, als Winterneuzugang Thomas Keller eine Ecke per Kopf zur Führung verwertete. Kurz nach der Pause erhöhte Jakob Lemmer mit einem wuchtigen Distanzschuss vor 30.811 Zuschauern. Fürths Angriffsbemühungen erstickten damit früh, und Vogel störte besonders, dass seine Mannschaft nach dem Rückstand nicht die nötige Reaktion zeigte. In den ersten Spielen unter seiner Leitung sei das anders gewesen, betonte er. „Und das dulde ich nicht.“
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Fürth die Kurve noch bekommt. Mit den Partien gegen Braunschweig, Kiel und Magdeburg warten Gegner, die ebenfalls um jeden Punkt kämpfen. Für die Franken geht es dabei längst nicht mehr nur um Ergebnisse – es geht darum, ob der drohende Totalschaden noch abzuwenden ist.
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