Mehr Geld für viele
Mindestlohnerhöhung in Bayern wirkt – und stößt an Grenzen
- Die Mindestlohn-Erhöhung bringt vielen Menschen in Bayern mehr Geld - wie vielen ist nicht ganz klar.
- Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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FÜRTH (dpa/lby/ak) – Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum Jahresbeginn hat in Bayern spürbare Auswirkungen – allerdings nicht für alle gleichermaßen. Nach Berechnungen des Landesamts für Statistik könnten Hunderttausende Beschäftigte von der Anhebung profitieren. Doch wie groß der tatsächliche Effekt ausfällt, lässt sich derzeit nur näherungsweise bestimmen.
Die Grundlage der Analyse bilden Daten aus dem April 2025. Damals verdienten bis zu 688.000 Menschen im Freistaat weniger als 13,90 Euro pro Stunde und arbeiteten in Bereichen, in denen der neue Mindestlohn greift. Für sie bedeutet die Erhöhung im Schnitt ein Plus von rund sechs Prozent. Besonders häufig profitieren Frauen, da sie überdurchschnittlich oft in niedriger entlohnten Tätigkeiten beschäftigt sind. Rund zwölf Prozent der weiblichen Beschäftigten in relevanten Jobs lagen im April unter der neuen Grenze, bei den Männern waren es etwa acht Prozent. Auch zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede: Während im Dienstleistungssektor rund zwölf Prozent der Beschäftigten betroffen sind, liegt der Anteil im produzierenden Gewerbe bei lediglich fünf Prozent.
Gleichzeitig betonen die Statistiker, dass die tatsächliche Zahl der Begünstigten zum 1. Januar vermutlich niedriger ausfällt. Viele Beschäftigte, die im April noch unter dem neuen Mindestlohn lagen, haben seither reguläre Lohnerhöhungen erhalten und verdienen inzwischen auch ohne staatliche Vorgabe mehr. Wie stark dieser Effekt sein kann, zeigt ein Blick zurück: Auf Basis der Daten aus dem April 2024 war im vergangenen Jahr noch von bis zu 994.000 potenziell Betroffenen die Rede. Innerhalb eines Jahres ist diese Zahl um rund ein Drittel gesunken.
Bereits jetzt richtet sich der Blick auf die nächste Stufe. Zum 1. Januar steigt der Mindestlohn erneut – dann auf 14,60 Euro pro Stunde. Nach Einschätzung des Landesamts könnten davon theoretisch bis zu einer Million Beschäftigte profitieren. Doch auch hier gilt: Tarifabschlüsse und individuelle Gehaltssteigerungen werden die tatsächliche Zahl voraussichtlich deutlich reduzieren.
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