Roboter ersetzt Schulplatz
Avatar ermöglicht kranken Kindern die Teilnahme am Unterricht
- Theresa ist dank des kleinen Avatars stets Teil der Klassengemeinschaft und live beim Unterricht dabei – auch sehr zur Freude ihrer Mutter.
- Foto: Ebersberger / Stadt Fürth
- hochgeladen von Arthur Kreklau
FÜRTH (pm/ak) – Theresa kann seit längerer Zeit nicht in die Schule gehen. Die 14‑Jährige aus der Mittelschule Pestalozzistraße ist chronisch erkrankt und muss zuhause bleiben. Dennoch ist sie im Klassenzimmer präsent – durch einen kleinen Telepräsenzroboter, den der Lions Club Fürth Kleeblatt finanziert hat. Seit einigen Wochen steht der Avatar auf ihrem Platz und übernimmt für sie Augen, Ohren und Stimme. Über eine App auf dem Tablet steuert Theresa das Gerät, dessen 360‑Grad‑Kamera ihr jeden Winkel des Raums zeigt.
Während nur sie die Bilder empfängt, wird der Ton in beide Richtungen übertragen. Ein grünes Licht am Roboter zeigt an, wenn Theresa sich meldet. Sie hört alle Beiträge der Lehrkräfte und ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und kann sich aktiv beteiligen. Bürgermeister Markus Braun sieht darin einen wichtigen Schritt, um betroffene Kinder nicht nur fachlich, sondern auch sozial eingebunden zu halten. Der Wiedereinstieg falle später deutlich leichter.
Auch Theresas Mutter ist froh über die neue Möglichkeit, auch wenn die Umstellung anfangs ungewohnt war. Der Avatar lässt sich dank seiner handlichen Größe problemlos mit auf den Pausenhof oder zu Ausflügen nehmen, sodass der Kontakt zur Klasse nicht abreißt.
In Fürth sind bislang nur wenige dieser Telepräsenzroboter im Einsatz. Der Bestand soll nach Angaben von Braun aber wachsen. Der Schulbürgermeister hofft dabei neben dem Lions Club auf weitere Spenden und Sponsoren, um mehr Kindern den digitalen Platz im Klassenzimmer zu ermöglichen.
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