Wie steht's um die Sicherheit in der Südstadt?
Lass uns reden-Format: Auf ein Wort mit OB König – ohne bürokratische Hürden
- Die Stadt Nürnberg und Oberbürgermeister Marcus König ziehen eine positive Bilanz der neuen Veranstaltungsreihe „Lass uns reden“: Oberbürgermeister Marcus König im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern.
- Foto: Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg
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NÜRNBERG (pm/nf) - Die Stadt Nürnberg und Oberbürgermeister Marcus König ziehen eine positive Bilanz der neuen Veranstaltungsreihe „Lass uns reden“. Das niedrigschwellige Dialogformat bot Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ohne Anmeldung oder Termin direkt mit der Stadtspitze ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, den Austausch zu fördern, Transparenz zu stärken und die Nähe zwischen Verwaltung und Bürgerschaft auszubauen.
- Die Stadt Nürnberg und Oberbürgermeister Marcus König ziehen eine positive Bilanz der neuen Veranstaltungsreihe „Lass uns reden“: Oberbürgermeister Marcus König im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern.
- Foto: Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg
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Zwischen Frühjahr und Herbst fanden 14 Termine in verschiedenen Nürnberger Stadtteilen statt. Pro Veranstaltung kamen 30 bis 100 Menschen, um ihre Anliegen, Ideen und Kritikpunkte einzubringen. Die Themen reichten von Verkehr, Sicherheit und Sauberkeit bis zu Grünflächen, sozialen Fragen und Angeboten für Jugendliche. Viele Anregungen wurden bereits aufgegriffen und erste Verbesserungen umgesetzt. Ergänzend konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche für den Stadtteil an einer Pinnwand hinterlassen.
Oberbürgermeister Marcus König betont: „‚Lass uns reden‘ ist ein offenes Angebot ohne bürokratische Hürden. Der direkte Austausch zeigt, wie viel Motivation, Kreativität und Engagement in unserer Bürgerschaft stecken. Wir nehmen die konkreten Hinweise ernst und arbeiten daran, Lösungen zeitnah umzusetzen.“ Zum Abschluss der ersten Staffel dankt Marcus König allen Beteiligten: „Wir werden das Format fortsetzen und weiterentwickeln. Auch im nächsten Jahr werden wir in den Stadtteilen präsent sein. ‚Lass uns reden‘ ergänzt unsere bestehenden Beteiligungsangebote – wie Bürgerversammlungen, ‚Auf Tour mit dem Oberbürgermeister‘ und den digitalen Bürgerdialog – um einen wichtigen, besonders nahbaren Baustein."
Sondertermin Sicherheit: Welches Bild gibt eigentlich die Südstadt ab?
Am 31. Oktober fand eine Spezialausgabe des „Lass uns reden“-Formats am Aufseßplatz statt. Unter dem Titel „Lass uns über Sicherheit reden!“ ging es um das Sicherheitsempfinden in der Südstadt. Vermüllung, Betteln, öffentliche Toiletten sowie die Drogen- und Trinkerszene im öffentlichen Raum standen dabei im Fokus. Die Rathaus-CSU nimmt den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zum Anlass, auch zur aktuellen Diskussion um die Sicherheit in der Nürnberger U-Bahn und der „Stadtbild-Debatte“ Stellung zu nehmen.
Oberbürgermeister Marcus König: „Wir sind zweitgrößte Stadt in Bayern. Bei uns leben 545.000 Bürgerinnen und Bürger. Im Zusammenleben der Menschen verläuft es, wie in anderen Großstädten auch, nicht immer reibungslos. Gleichwohl gehören wir zu den sichersten Großstädten Deutschlands. Der Bundeskanzler hat ein Thema aufgegriffen, das viele Menschen umtreibt. Man hätte es differenzierter formulieren können. Daher - und weil viele Merz auch falsch verstehen wollten - hat die Debatte meines Erachtens eine falsche Richtung eingeschlagen. Es geht nicht um Menschen, die hier bei uns seit Jahren leben. Sie sind Teil unserer Gesellschaft. Die Bevölkerung - egal ob oder ohne Zuwanderungsgeschichte - erwartet aber auch vom Staat, dass diejenigen, die ausreisepflichtig sind, das Land verlassen müssen. Ein Stadtbild wird aber von vielen anderen Faktoren mitgeprägt. Das können Leerstände in der City sein, aber zum Beispiel auch die Sauberkeit.“
VAG muss Sicherheitsbedürfnis ernst nehmen
Fraktionsvorsitzender Andreas Krieglstein: „Die Nürnberger U-Bahn ist in der Kriminalitätsstatistik unauffällig, nichtsdestotrotz zeigt die aktuelle Debatte und die vielen Reaktionen dazu, dass sich Menschen z.B. abends an U-Bahnhöfen unsicher fühlen. Ich kann das absolut nachvollziehen, bereits in der 2023er Fahrgastbefragung war das Sicherheitsgefühl dort Schlusslicht in den Bewertungen. Die VAG könnte das mit relativ überschaubarem Aufwand lösen. Mehr Licht, vor allem an den Bahnsteigen der älteren U-Bahnstationen und die nächtliche Präsenz von erkennbarem VAG-Personal, das die Fahrgäste im Zweifel aufsuchen und ansprechen können.“
- Stadtrechtsdirektor Olaf Kuch (li.) und CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Krieglsteinbeim Ortstermin am Südausgang des Hauptbahnhofes.
- Foto: David Papaja
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Aufseßplatz und Nelson-Mandela-Platz im Fokus
Auch den Aufseßplatz und den Nelson-Mandela-Platz nimmt die Rathaus-CSU in den Blick. Gemeinsam mit Stadtrechtsdirektor Olaf Kuch verschaffte sich Fraktionschef Andreas Krieglstein im Anschluss an den Bürgerdialog am Aufseßplatz einen Eindruck von der Situation am Nelson-Mandela-Platz hinterm Hauptbahnhof.
Olaf Kuch: „Wir haben in den letzten Monaten mit viel Einsatz und in Zusammenarbeit mit Polizei, Ordnungsdienst und Streetworkern den Bereich vor dem Hauptbahnhof und um die Königstorpassage in den Fokus genommen. Auch Maßnahmen wie die Schließung der Unterführung an der Königstraße haben gewirkt. Auf der Südseite des Bahnhofs haben wir ein anderes Bild. Dort geht es weniger um Obdachlose, Betteln oder die Trinkerszene, dort ist der Drogenhandel mit all seinen Begleiterscheinungen eine große Herausforderung.“
„Wir haben eine vielfältige Stadtgesellschaft und es gibt vielfältige Faktoren, die ein Stadtbild prägen. Vermüllte Glascontainer beispielsweise lassen sich nicht auf die Herkunft derer reduzieren, die ihren Dreck dort illegal ablagern. Aber es gibt eben auch Drogenhotspots, etwa hinter dem Nürnberger Hauptbahnhof, wo die Dealer keine deutschen Staatsangehörigen sind“, so Fraktionschef Andreas Krieglstein weiter.
Hier gelte es für die CSU-Stadtratsfraktion, Recht und Gesetz mit aller Konsequenz durchzusetzen und den Drogenhandel einzudämmen. Nur mit einem Bündel an Maßnahmen kann dafür gesorgt werden, das subjektive Sicherheitsgefühl der Passantinnen und Passanten wieder zu steigern und die objektive Sicherheit zu verbessern. Die Stadt hat zudem mit einer weitreichenden Verbotszone für Alkohol, Waffen und Messer um den Hauptbahnhof ein effektives Mittel zur Gewaltprävention erlassen.
Fraktionsvorsitzender Andreas Krieglstein fasst zusammen: „Sich im öffentlichen Raum wohlzufühlen gehört zur Lebensqualität in einer Stadt und ist auch ein Standortfaktor. Wir dürfen auf der einen Seite nicht zulassen, dass nur durch ´Schlechtreden´ ein negatives Gefühl erzeugt wird und wollen mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen die Situation dort verbessern, wo tatsächlich Unsicherheit besteht. Wir nehmen die Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger ernst und sind davon überzeugt, dass sich insbesondere durch die vorgeschlagenen Verbesserungen an den U-Bahnhöfen positive Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Menschen ergeben.“
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