Rund 3.000 Jahre alter Brandschutt entpuppt sich als archäologische Sensation!

Prof. Dr. G. Ulrich Großmann und Dr.  Angelika Hofmann präsentieren die Überreste des Schwertes.
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NÜRNBERG (vs) - Es ist für das Germanische Nationalmuseum (GMN) DIE archäologische Herausforderung für die nächsten Jahre: Heute sind im Depot Grabungsfunde aus dem Markt Essenbach eingetroffen. Nach der Restaurierung und Auswertung der Objekte erwarten sich die Wissenschaftler neue Aussagen über die so genannten Wagengräber aus der Urnenfeldzeit (etwa 1.300 bis 500 Jahre vor Christus).

„Das Wagengrab ist eine wichtige Ergänzung zum Goldhut von Etzelsdorf/Buch in unserer Sammlung und ich freue mich, dass wir jetzt erstmals überhaupt ein Wagengrab aus der Bronzezeit werden zeigen können“, hebt Generaldirektor Prof. Dr. G. Ulrich Großmann die Bedeutung des Fundes hervor. Denn der Deal mit dem Markt Essenbach sieht vor, dass die Gegenstände letztendlich im Germanischen Nationalmuseum dauerhaft präsentiert werden. Im Gegenzug erhält Essenbach für sein archäologisches Museum ausgewählte Brandgräber als Dauerleihgabe.

Müllentsorgung auf den ersten Blick

Bilder der Grabungsstelle in Essenbach bei Landshut dokumentieren die Bergung vor acht Jahren. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätten Camper ihre Hinterlassenschaften dort verbrannt. In der Tat: Es handelt sich nach Information von Dr. Angelika Hofmann, Archäologin und Sammlungsleiterin für Vor- und Frühgeschichte am GMN, um eine Feuerbestattung, bei dem der Leichnam auf einen hölzernen Wagen gelegt und zusammen mit diesem eingeäschert wurde. Die geborgenen Überreste bestehen vor allem aus Bronzegegenständen, wie beispielsweise einem Schwert, einem Rasiermesser sowie Wagenbeschlägen. Dazu kommen noch spärliche Überreste des ehemaligen Gefährtes und der sogenannte Leichenbrand. Mit ihm ist es möglich, viele Details des Verstorbenen zu rekonstruieren, wie beispielsweise das Geschlecht oder das Alter zum Todeszeitpunkt. Die Bestattung in einem Wagengrab war in der Urnenfeldzeit nur hochrangigen Politikern und religiösen Führern vorbehalten.

Bodendenkmäler besser schützen

Ulrich Großmann bedankte sich stellvertretend beim Bürgermeister des Marktes Essenbach, Dieter Neubauer, und dem Projektmanager Archäologisches Museum des Marktes Essenbach, Dr. Robert Graf, für die Überlassung der Gegenstände. Die Ausgrabung sei korrekt durchgeführt worden, so dass man mit spannenden Ergebnissen rechnen könne. Dies sei leider in Bayern nicht immer der Fall. So müssten archäologische Denkmäler im Gelände noch viel mehr vor Raubgräbern geschützt werden. Hier sei die neue Bayerische Regierung gefragt.

Prof. Dr. G. Ulrich Großmann und Dr.  Angelika Hofmann präsentieren die Überreste des Schwertes.
Noch ist nicht viel zu erkennen. Nach der Restauration sollen die Fragmente jedoch genau zugeordnet werden, ob es sich um Schmuck am Wagen oder um Eigentum des Verbrannten gehandelt hat.
Autor:

Victor Schlampp aus Schwabach

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