Umfrage zum Fernbusangebot

Prof. Dr. Orhan Kocagöz von der FOM Hochschule.      Foto: oh

FOM Hochschule: keine Alternative zu PKW und Bahn

NÜRNBERG - Der Boom auf die neuen Fernbuslinien wird vermutlich ausbleiben, so das Ergebnis einer Umfrage unter 800 berufsbegleitend Studierenden der FOM Hochschule zum neuen Fernbusangebot. Seit dem Jahreswechsel können Bürger aufgrund der Marktliberalisierung in Deutschland Fernbusse als Reisealternative zu Bahn, PKW und Flugzeug nutzen.

Etwa ein Fünftel der Befragten zieht die Busreise zwar in Erwägung, aber nur vier Prozent geben an, dass sie auch tatsächlich mit dem Bus fahren würden. „Die neuen Fernbuslinien sind nur etwas für preissensible Kunden und garantiert keine Alternative zum PKW“, so Prof. Dr. Orhan Kocagöz von der FOM Hochschule in Nürnberg, der die Umfrage zusammen mit dem FOM KompetenzCentrum für Empirie und Statistik (KCS) durchführte. Dafür biete die Fahrt mit dem Auto zu viele Vorteile: Sie geht in der Regel schneller und ist deutlich komfortabler. Wer Strecken mit mehr als 50 Kilometern Entfernung zurücklegt, mag es laut Umfrageergebnis vor allem bequem (22,5 Prozent), kurz (22,2 Prozent) und flexibel (19,3 Prozent). Der Preis spielt eine untergeordnete Rolle – nur rund zehn Prozent der Befragten geben an, dass der Preis für sie ein wichtiges Kriterium sei. Auch für die Bahn scheint das neue Angebot keine Konkurrenz zu sein: Bei einer überraschend am nächsten Tag anstehenden Fahrt über 500 Kilometer würden sich 40 Prozent für Bahn oder Flugzeug entscheiden, auf den Reisebus entfallen nur 14 Prozent.

Wer das neue Reiseangebot spüren wird, sind, nach Prof. Kocagöz Vermutung, die Mitfahrzentralen. „Es wird einige Preisbewusste geben, die den unbekannten PKW-Fahrer gegen den Reisebus eintauschen“, so Prof. Orhan Kocagöz. Obwohl es schon einige Fernbusangebote in den Großstädten gebe, sei die Option allerdings noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen: „Bei Busfahrten denken wir immer noch an unsere Schulfahrten in unkomfortablen, alten Fahrzeugen oder an das Gedränge in Linienbussen“, so Prof. Kocagöz. Der moderne Reisebus sähe anders aus. „Da müssen die Unternehmen aber noch am Image arbeiten.“

Autor:

Archiv MarktSpiegel aus Nürnberg

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