Google preferred Source So kannst du beeinflussen, mehr von marktspiegel.de in deinen Suchergebnissen zu sehen.

Schumi-Förderer ++ Team-Chef
Formel-1-Legende & Erfinder des Boxenluders Eddie Jordan ist tot

Eddie Jordan (l) war Förderer von Michael Schumacher. | Foto: picture alliance / dpa
3Bilder
  • Eddie Jordan (l) war Förderer von Michael Schumacher.
  • Foto: picture alliance / dpa
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer
  • Eddie Jordan ist tot. Der Ire hatte zuletzt selbst seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. 
  •  Er war Wegbereiter für Ayrton Senna und Michael Schumacher - und gilt als Erfinder der Boxenluder.

Kapstadt (dpa) - Er war Förderer von Michael Schumacher und Ayrton Senna, der vielleicht schillerndste Teamchef der Formel 1 - und gilt als Erfinder des Boxenluders. Ohne Zweifel wäre die Geschichte des Motorsports ohne den exzentrischen Eddie Jordan um einige wilde Kapitel ärmer. Im Alter von 76 Jahren ist der Ire in den frühen Morgenstunden im Kreise seiner Liebsten in Kapstadt nun an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben, wie seine Familie laut britischen Medien übereinstimmend mitteilte. Jordan sei friedlich eingeschlafen.

Jordan war gern gesehener Gast im Formel-1-Fahrerlager.

 | Foto: Peter Powell/EPA/dpa
  • Jordan war gern gesehener Gast im Formel-1-Fahrerlager.

  • Foto: Peter Powell/EPA/dpa
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

«Mit seiner unerschöpflichen Energie verstand er es immer, Menschen zum Lächeln zu bringen und blieb dabei stets authentisch und brillant», schrieb die Formel 1 auf der Plattform X: «Eddie war einer der Protagonisten einer Formel-1-Ära und wir werden ihn sehr vermissen.»

Dunkle Tage durch Krebserkrankung

Jordan, bekannt auch für seinen Spitzbart und die schrillen Outfits, hatte erst im Dezember öffentlich gemacht, dass er unter Prostata- und Blasenkrebs leidet und sich die Krankheit anschließend weiter ausgebreitet hatte. «Es war ziemlich aggressiv», hatte Jordan im Podcast «Formula For Success» gesagt und über «einige sehr dunkle Tage» gesprochen.

Jordan, der mit richtigem Vornamen eigentlich Edmund heißt, ist der frühere Teamchef und Teambesitzer des gleichnamigen Rennstalls. Er war in den frühen 1990er Jahren Schumachers erster Boss in der Formel 1. Der spätere Rekordweltmeister fuhr 1991 in Spa-Francorchamps sein erstes und einziges Rennen für Jordan.

Schumacher erhält das Jordan-Cockpit durch Notlüge

«Wer, verdammt noch mal, ist Schumacher?», fragte der charismatische Jordan, als dessen damaliger Manager Willi Weber den späteren Superstar als Ersatzfahrer für den Grand Prix in Belgien vorschlug. Am 25. August 1991 absolvierte der spätere Seriensieger dann tatsächlich seinen ersten WM-Lauf, der wegen eines Defekts aber schon nach 500 Meter unglücklich endete.

Möglich war das nur durch eine Notlüge. Weber erzählte Jordan zwar, dass der damals 22-Jährige den legendären Kurs in den Ardennen bestens kenne. Doch das stimmte gar nicht. «Aus diesem Grund schnappte ich mir ein Fahrrad, um dort ein paar Runden zu fahren und ich erkannte gleich, welch fantastische Strecke dies ist», erzählte Schumacher später.

Nur mit diesem Trick und viel Überzeugungsarbeit durch Weber bekam der Kerpener das Cockpit von Bertrand Gachot und durfte hinter das Lenkrad des Jordan 191. Der Franzose Gachot musste wegen einer Attacke mit Reizgas auf einen Taxifahrer in London kurzfristig ins Gefängnis.

Jordan schrieb unzählige Formel-1-Geschichten

Als Fahrer war Jordan selbst in unteren Formel-Klassen aktiv, feierte einige Siege und durfte sogar ein Formel-1-Auto von McLaren testen. «Früher hatte ich einmal den Traum, Weltmeister zu werden, doch dann gelangte ich an den Punkt, an dem ich wusste, dass ich es als Fahrer nicht schaffen konnte», sagte Jordan einmal.

Also wurde er Chef seines eigenen Teams. In einem seiner Autos fuhr die spätere PS-Ikone Senna 1982 seine ersten Formel-3-Kilometer. Nach einigen Erfolgen wagte sich Jordan 1991 schließlich in die Formel 1. Als Rennstallbetreiber entwickelte er kreative Methoden zur Geldbeschaffung. Angeblich gaben ihm die Gerichtsvollzieher immer wieder rechtzeitig Tipps, bevor sie zur Pfändung anrückten, damit er verschwinden kann.

Eddie Jordan arbeitete auch mit Ralf Schumacher zusammen. | Foto: John Marsh/PA Wire/dpa
  • Eddie Jordan arbeitete auch mit Ralf Schumacher zusammen.
  • Foto: John Marsh/PA Wire/dpa
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

Frentzen gewann zwei Rennen für Jordan

Jordan erlebte fette Jahre in der Rennserie. Er sicherte sich lukrative Sponsorendeals, schmiss schrille Partys. Vor der Teamgarage stolzierten leicht bekleidete Damen herum, darunter eine gewisse Katie Price. Sie sorgten für eine ganz neue Aufmerksamkeit. Für Jordan fuhren Weltmeister Damon Hill, Rubens Barrichello, Eddie Irvine und eine Reihe von Deutschen. Ralf Schumacher, Heinz-Harald Frentzen, Nick Heidfeld und Timo Glock heuerte er an.

Jordan hatte ein Auge für Talente. Insgesamt gelangen dem Team vier Grand-Prix-Siege, zwei davon durch Frentzen 1999. Aber mit der Geldverbrennung der Werksrennställe konnte der Vater von vier Kindern nicht mithalten. 2005 war Schluss, Jordan verkaufte seine Anteile. Doch auch später konnte er nicht von der Rennserie lassen und wurde TV-Experte bei der BBC. Dort sorgte er mit spöttischen Kommentaren für Lacher, ehe er sich im Alter mehr zurückzog.

Jordan ermutigt Männer zur Vorsorge

Wenige Monate vor seinem Tod ermutigte er Männer im gemeinsamen Podcast mit dem einstigen Vizeweltmeister David Coulthard zur Vorsorge. «Schiebt so was nicht auf die lange Bank, sondern lasst euch testen! Es gibt so viel Hilfe da draußen, um euer Leben zu verlängern. Seid nicht dumm», sagte Jordan. Es gebe auch keinen Grund, sich für Untersuchungen oder Arztbesuche zu schämen, sondern man solle immer gut zu seinem Körper sein.

Seine schwere Erkrankung hatte er öffentlich gemacht, weil ihn die frühere Bahnrad-Legende Chris Hoy dazu inspirierte. Der sechsmalige Olympiasieger aus Großbritannien war mit seiner Diagnose Prostatakrebs im Oktober 2024 an die Öffentlichkeit gegangen. «Es ist ähnlich wie bei mir, aber er ist ein deutlich jüngerer Mann», sagte Jordan über den 48-Jährigen. Hoy soll laut seiner Ärzte nur noch wenige Jahre zu leben haben.

Eddie Jordan (l) war Förderer von Michael Schumacher. | Foto: picture alliance / dpa
Jordan war gern gesehener Gast im Formel-1-Fahrerlager.

 | Foto: Peter Powell/EPA/dpa
Eddie Jordan arbeitete auch mit Ralf Schumacher zusammen. | Foto: John Marsh/PA Wire/dpa
Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

Webseite von Nicole Fuchsbauer
Nicole Fuchsbauer auf Facebook
Nicole Fuchsbauer auf Instagram
Nicole Fuchsbauer auf X (vormals Twitter)

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

29 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.